Verbund-Haider hofft auf höhere Strompreise
- Stromregulator Boltz will Kartellprüfung
Die Einigung auf die österreichische Stromlösung zwischen Verbund und EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke, Linz AG, Energie AG Oberösterreich und Bewag/Begas) könnte zu höheren Preisen vor allem für Kleinkunden führen: "Das Preisniveau in Österreich liegt sehr niedrig. Natürlich hoffen die Energiefirmen nun, dass die Preise leicht steigen," so Verbund-Vorstandssprecher Hans Haider in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazin FORMAT.
Allerdings dürfe die Stromlösung "keinesfalls auf dem Rücken der Kunden ausgetragen" werden, die Tarife dürften das deutsche Niveau nicht übersteigen. Die Preisdifferenz zu Deutschland liegt laut Haider bei 1 bis 3 Prozent.
Eine Remonopolisierung durch die Österreich-Lösung sieht Haider nicht: "Etwa die Kärntner Kelag oder die Salzburger Safe werden sich möglicherweise als alternative Angreifer positionieren. Der Wettbewerb ist also nicht ausgeschaltet, aber ich gebe zu, er ist eingeschränkt," sagte Haider im "Format".
Stromregulator Walter Boltz sei angesichts der Zusammenarbeit von Verbund und EnergieAllianz alarmiert. "Wenn es zum Missbrauch der Marktbeherrschung kommt, werden wir sofort einschreiten", sagt Boltz in dem Bericht. Die Regulierungsbehörde E-Control werde sich vehement dagegen wehren, sollte die heimische Stromlösung nur dazu sein, die Konkurrenz abzuschotten und den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eine Kartellprüfung nach dem neuen, schärferen Kartellrecht sei für Boltz unerlässlich: "Sonst werde ich selbst kraft meines Amtes ein Verfahren verlangen."
Mehr dazu finden Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT


