Donnerstag, 2. Mai 2002

FORMAT: Libro braucht 20 Mio. €, sonst droht Konkurs

  • Banken beraten über neuerliche Kapitalspritze
  • Konzern bestätigt: "Brauchen Überbrückungskredit"

Dem insolventen Handelsunternehmen Libro droht ein Anschlußkonkurs: Die Liquiditätslage von Libro hat sich wieder so verschlechtert, daß die Banken dringend weitere 20 Millionen Euro einzuschießen müssen, um die Filialkette zu retten. Sie kann sonst keine Waren mehr einkaufen, berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. Fieberhaft gesucht wird auch ein neuer Libro-Chef.

Einige Kreditinstitute, etwa Raiffeisen und Bawag, wollen die außerplanmäßige Kapitalspritze schweren Herzens gewähren. Die Bank Austria sperrte sich aber bislang dagegen.

Fließt das Geld nicht, beginnt die 60-Tage-Frist für einen Anschlußkonkurs der im Ausgleich befindlichen Libro AG, wird FORMAT aus Bankenkreisen bestätigt. Der Grund für die dramatische Entwicklung liegt im katastrophalen Geschäftsgang von Libro im abgelaufenen Quartal. Der Vorstand unter Werner Steinbauer mußte zuletzt Umsatzeinbrüche um 25 Prozent verzeichnen - und liegt klar unter Budget.

Neuer Chef dringend gesucht
Wie FORMAT weiters berichtet, wird jetzt auch fieberhaft ein neuer Libro-Chef gesucht. Steinbauer wird das Unternehmen spätenstens zu Jahresende verlassen.

Ganz oben auf der Wunschliste der Banken stand der Handelsprofi Jan Wiedey, einer der früheren Konsum-Abwickler, drezeit unter anderem Chef der Okay-Märkte. Wiedey steht allerdings nicht zur Verfügung. Libro-Aufsichtsratspräsident Paul Tanos bestätigt, nun Headhunter eingeschalten zu haben.

Die ganze Geschichte finden Sie im aktuellen FORMAT.

Konzern bestätigt: Brauchen Überbrückungskredit
Die börsenotierte Libro AG hat am Donnerstagnachmittag bestätigt, dass tatsächlich ein Überbrückungskredit notwendig sei. Laut Libro sehen die im Sanierungskonzept enthaltenen Liquiditätspläne Lieferantenkredite ab dem Geschäftsjahr 2002/03 (ab März) vor. "Aus dem heutigen Stand der Verhandlungen mti Lieferanten sind diese aber erst nach Zahlung der nächsten Ausgleichsquote im Juni in vermehrtem Ausmaß wieder möglich".

"Die zur Überbrückung erforderliche Bankenfinanzierung kann zurückbezahlt werden, sobald Libro wieder Lieferantenkredite in der im Handel üblichen Höhe gewährt werden", erklärte Libro-Vorstand Werner Steinbauer am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Der Konzern räumte zudem ein, dass sich auch Libro der Entwicklung im heimischen Handel nicht entziehen habe können. In den vergangenen drei Monaten seien die Handelsumsätze Branchenweit stark zurückgegangen.

2.5.2002 13:39