Donnerstag, 2. Mai 2002

Postbus AG mit deutlich höherem Verlust

  • Betriebsverlust steig auf 11,7 Mill. Euro

Die Österreichische Postbus AG hat 2001 einen Umsatz von 194,2 Mill. Euro erzielt, um 1 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Betriebsverlust vergrößerte sich gleichzeitig auf 11,7 Mill. Euro nach 6,8 Mill. Euro im Jahr zuvor, berichtete die Postbus AG. Neben den rückläufigen Werkstättenerlösen habe das dichte, nicht auslastbare Servicestellennetz zum Verlust 2001 beigetragen, so die Postbus AG, weiter.

Trotz eines gestiegenen Betriebsverlustes (EBIT) hat die Österreichische Postbus AG ein ausgeglichenes Bilanzergebnis in ihrem ersten vollen Bilanzjahr als ÖIAG-Beteiligung präsentiert. Möglich wurde dies durch die Auflösung von Kapitalrücklagen in Höhe von 47,9 Mill. Euro, nachdem der Jahresfehlbetrag nach der Wertberichtigung von Anlagen auf 42,1 (6,1) Mill. Euro geklettert war und 7,1 Mill. Euro Verlustvortrag getilgt wurden.

Wie die weitere Zukunft des Postbus aussieht, ist für den Vorstand ein Buch mit sieben Siegeln, sagte Vorstandsmitglied Wilhelmine Goldmann auf der Bilanzpressekonferenz. Der 100-Prozent-Eigentümer ÖIAG will den Postbus, wie mehrfach berichtet, an die ÖBB verkaufen, der Ministerrat soll damit am kommenden Dienstag befasst werden.

Eigentümer und Aufsichtsrat haben das Ziel vorgegeben, die Postbus-Bilanz 2001 von allen "Altlasten" zu befreien. Dafür wurde die bereits vor rund fünf Jahren, mit der Abspaltung der Post- und Telekomgesellschaften von der Holding PTA, vorgenommene Anlagenbewertung aktualisiert, was dem Postbus ein negatives a.o. Ergebnis von 30,6 Mill. Euro bescherte.

Im Personenverkehr, auf den 90 Prozent der von 195,7 auf 194,2 gesunkenen Umsätze entfallen, hat der Postbus Mehrerlöse gegenüber dem Jahr 2000 von 1,9 Mill. Euro erzielt, dazu kamen 1,5 Mill. Euro an sonstigen operativen Erlösen. Der Werkstattbereich vergrößerte seinen Verlust jedoch um 3,9 Mill. Euro, nachdem die Werkstattumsätze mit Postautos auf fast nur mehr die Hälfte des Wertes vor der Postausgliederung im Jahr 2000 zurückgegangen sind. 4,4 Mill. Euro trug zur Ergebnisverschlechterung die Anlagenneubewertung bei.

200 Mitarbeiter abgebaut
Mit dem seit einem Dreivierteljahr gefahrenen Restrukturierungskonzept wurden bisher 200 von 360 beschlossenen Mitarbeitern abgebaut. Alles Beamte, die zum Teil in Pension geschickt, zum Teil abgefertigt wurden. Im heurigen Jahr soll das Konzept abgeschlossen werden, sagte Goldmann auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Co-Vorstand Werner Ott. Falls das ursprüngliche Ziel, den Postbus 2003 aus den roten Zahlen zu bringen, aufrecht bleibe, müssten die Produktionskosten aber noch um rund 5 Prozent gesenkt werden.

Außerdem müssten mit den Verkehrsverbünden neue Verlustabdeckungsmodelle und Attraktivitätssteigerungen für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr ausgehandelt werden. Die Verbund-Verträge laufen aber großteils bis Ende 2004, nur in Salzburg und im kommenden Jahr in Tirol laufen sie früher aus.

2.5.2002 10:25