Donnerstag, 2. Mai 2002

Springer will Millionenklage gegen Kirch-Media anstrengen

  • Schadensersatzklage von 500 Mill. Euro geplant

Der Axel Springer Verlag will den angeschlagenen Kirch-Konzern in Millionenhöhe verklagen. Da die insolvente KirchMedia eine Forderung Springers über 767 Mill. Euro nicht fristgemäß beglichen habe, wolle der Zeitungskonzern den Betrag nun vor Gericht einklagen, sagte eine Springer-Sprecherin. Danach wolle Springer eine Leistungs- und Schadenersatzklage beim Landgericht München einreichen.

Springer hatte sich beim Kauf eines Anteils an der zu Kirch gehörenden an der der TV-Gruppe ProSiebenSat.1 ein Rückgaberecht in Höhe von insgesamt 767 Mill. Euro gesichert. Das Verlagshaus, das 11,5 Prozent an dem Senderverbund hält, hatte Ende Jänner erklärt, das Unternehmen übe eine mit Kirch vereinbarte Option auf Verkauf des Anteils bis Ende April aus. Dies hatte den Druck auf die hoch verschuldete KirchMedia nochmals erhöht, die schließlich Insolvenz beantragen musste.

Laut deutschen Medien drängt Springer bei der Leistungsklage auf die volle Erfüllung der Option in Höhe des Gesamtbetrags von 767 Mill. Euro, bei Schadensersatz hingegen nur auf die Zahlung von 500 Mill. Euro. Dies entspricht der Zeitung zufolge dem Betrag von 767 Mill. Euro minus dem aktuellen Börsenwert der Beteiligung an ProSiebenSat.1 von rund 230 Mill. Euro.

2.5.2002 09:54