Deutschland: IG Metall weitet Streiks weiter aus
- Ab Montag auch in Berlin-Brandenburg

Die IG Metall verstärkt den Druck auf die Arbeitgeber und weitet den Streik in der Metall- und Elektroindustrie ab Montag auf Berlin-Brandenburg aus. Ziel der Ausdehnung auf das Tarifgebiet mit rund 99.000 Beschäftigten sei es, möglichst bald einen akzeptablen Tarifabschluss zu erreichen, sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Mittwoch in Frankfurt nach einer Sitzung der geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der Gewerkschaft. Voraussetzung dafür sei allerdings ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber.
In Baden-Württemberg setzten die Metaller unterdessen ihren Arbeitskampf fort. Am dritten Streiktag waren 13.000 Beschäftigte in 33 Betrieben aufgerufen, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Im Mittelpunkt standen mittelständische Unternehmen des Maschinenbaus. "Wenn die Arbeitgeber bereit sind, kann der Streik sehr schnell beendet werden. Aber wenn es sein muss, halten wir auch mehrere Wochen lang durch", sagte IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber am Mittwoch vor rund 1.800 Streikenden der Voith AG in Heidenheim. Schwerpunkte am "Tag des Mittelstands" waren außerdem die Regionen Esslingen und Heilbronn.
In Berlin und Brandenburg werden ab Montag mehr als 10.000 Mitglieder in 25 Betrieben zum Arbeitskampf aufgerufen. In dem ostdeutschen Tarifbezirk hatten sich bei Urabstimmungen Ende April 85 beziehungsweise 87 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik ausgesprochen. Auch im Südwesten soll der Arbeitskampf ausgeweitet werden. Beobachter rechnen damit, dass dann auch die großen Zulieferer der Autobranche einbezogen werden könnten, darunter Bosch und ZF Friedrichshafen. Am ersten Streiktag hatte die IG Metall die drei Autokonzerne DaimlerChrysler, Audi und Porsche größtenteils lahm gelegt.
Die Gewerkschaft will mit ihrer neuen Taktik einzelne Betriebe nur tage- oder schichtweise bestreiken. Damit sollen Fernwirkungen auf Lieferanten und Kunden vermieden werden. Ziel des Streiks ist eine Lohn- und Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent. In den Verhandlungen hatte die Gewerkschaft allerdings Entgegenkommen für einen Abschluss um die vier Prozent signalisiert. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,3 Prozent für 13 Monate.

