Dienstag, 30. April 2002

Kosovo-Hilfsgelder im Korruptionssumpf versickert

  • 4,5 Millionen Euro durch Betrug verschwunden
  • Finanzhilfe der EU für das Energiesystem

Von der Finanzhilfe der EU für das Energiesystem im Kosovo sind nach ersten Ermittlungen 4,5 Millionen Euro durch Betrug verschwunden. Es sei eine Untersuchung begonnen worden, sagte der Leiter des EU-Büros in Pristina, Andy Bearpark, am Dienstag.

In den Fall sei ein internationaler Vertreter mit Verbindungen zu dem Stromversorgungsunternehmen im Kosovo (KEK) verwickelt. Dabei gehe es um die Einspeisung von Strom aus dem Ausland in das Netz der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz.

"Ich habe Beweise für einen möglichen Falls von Korruption innerhalb von KEK gefunden, der einen möglichen Betrug in Höhe von 4,5 Millionen Euro an internationalen Geldern beim Import von Elektrizität betrifft", sagte Bearpark. Die Zusammenhänge müssten noch geklärt werden, weil ein größerer Teil des Stroms für das Kosovo aus Bulgarien komme. Ein kleinerer Anteil stamme aus Serbien und Montenegro.

Westliche Geberländer haben den Energieversorger seit 1999 bereits mit umgerechnet 409 Millionen Euro unterstützt. Immer noch gibt es im Kosovo täglich stundenlange Stromausfälle. Im Januar hätte dem Stromversorgungsunternehmen ohne neue Finanzhilfe die Pleite gedroht.

30.4.2002 14:23