Dienstag, 30. April 2002

Vivendi Universal unter Druck

  • Konzern im 1.Quartal in den roten Zahlen

Die Vivendi Universal SA, Paris, hat wegen 17,06 Mrd EUR an Goodwill-Abschreibungen im ersten Quartal ihren Nettoverlust auf 17,01 Mrd von 183 Mio EUR im Vorjahr ausgeweitet. Ohne Goodwill belaufe sich das Nettoergebnis auf ein Plus von 51 Mio EUR, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit.

Trotz des "sehr schwierigen ökonomischen Umfelds und der dadurch unsicheren Marktbedingungen habe Vivendi im weltweiten Geschäft Marktanteile hinzugewonnen, erklärte CEO Jean-Marie Messier.

Zugleich habe das Unternehmen sein Cash-Management "stark verbessert", Schulden abgebaut und Synergien genutzt. Der Umsatz ist den Angaben zufolge im ersten Quartal um 17 Prozent auf 13,18 Mrd EUR gestiegen.

Vivendi Universal will rechtliche Schritte wegen vermuteten Wahlbetrugs bei der jüngsten Jahreshauptversammlung einleiten. Der Konzern teilte mit, einen Termin für eine neue Hauptversammlung Anfang Juni in Paris anzusetzen. Damit werde den Aktionären Gelegenheit gegeben werden, erneut über die Punkte abzustimmen, die ihnen auf der beanstandeten Hauptversammlung am 24. April vorgelegt worden waren.

Nach Angaben des Konzerns lassen Probleme beim elektronischen Wahlsystem darauf schließen, dass bei den Abstimmungen in betrügerischer Absicht manipuliert wurde. Der Konzern sei vor allem wegen der ungewöhnlich hohen Stimmenthaltungsrate von 20 Prozent misstrauisch geworden.

Dem Abstimmungsergebnis zufolge hatten die Aktionäre dem Unternehmenschef Jean-Marie Messier ihre Zustimmung zu einem Aktien-Options-Plan verweigert, der nach den Worten Messiers hoch qualifizierte Manager im Unternehmen halten sollte. Anteilseigener, deren Investitionen im Zuge der Expansion des Konzerns nach Hollywood in den vergangenen zwei Jahren rund 70 Prozent an Wert verloren hatten, kritisierten auf der Versammlung die Strategie des Unternehmens und forderten den Rücktritt Messiers.

30.4.2002 07:51