Montag, 29. April 2002

Linz AG Strom bietet Internet aus der Steckdose an

  • Oberösterreicher still und heimlich auf Platz eins
  • Niederösterreicher müssen noch warten

Bequemer, einfacher und schneller – für die Stromkunden der Linz AG bricht bald ein neues Zeitalter in der Nutzung des World-Wide Web an. Im Vorjahr wurde die Powerline-Technologie in Oberösterreich zur Serienreife geführt. Ab 1. Mai surfen vorerst Linzer übers Stromnetz im Internet.

Während die niederösterreichische EVN ihre Strom-Internet-Pläne vorerst auf die lange Bank schieben muss - eine notwendige Komponente aus der Schweiz bringt nicht die nötige Leistung - geht die neue www-Ära für Linzer schon los. Ohne viel Lärm zu machen, haben die Oberösterreicher sich an den Konkurrenten vorbei auf die Pole Position geschoben.

Linz AG-Vorstand Heizinger erklärt: "Ab 1. Mai 2002 steht interessierten Linzern im Stadtteil Biesenfeld die Möglichkeit offen, über die Steckdose ins Internet einzusteigen." Vorerst gibt es den Dienst nur für diesen Stadtteil; der Ausbau erfolgt während der nächsten Monate und soll im Jahr 2004 abgeschlossen sein.

Riesige Vorteile
Für die Privathaushalte und kleineren Unternehmen im Bereich Biesenfeld bedeutet dieser Schritt einen völlig neuen Standard in der Internet-Nutzung. Denn bei "Speed-Web" können Kunden von jeder beliebigen Steckdose im Haushalt - egal ob im Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer - ohne lästiges Einwählen und 24 Stunden pro Tag ins Internet. Die dafür notwendigen Leitungen existieren bereits in Form des Stromnetzes und müssen nicht mehr eigens verlegt werden. Darüber hinaus kann der "Speed-Web"-User praktisch durchgehend online sein, das Einwählen wie zum Beispiel bei der Nutzung der Telefonleitung entfällt ebenso wie die damit verbundenen Aktivgebühren.

Die Powerline-Technologie bietet gegenüber ADSL oder Fernsehkabel-Anschlüssen einige Vorteile. "Während ADSL- und Fernsehkabel diese Geschwindigkeit lediglich beim Download bieten und beim Upload auf 64 KBit/sec. beschränkt sind, verfügen unsere Kunden über eine symmetrische Up- und Download-Geschwindigkeit von 375 KBit/sec.", sagt Projektleiter Karl Rossegger. Außer dem vordergründigen Geschwindigkeitsvorteil beim Versenden von E-Mails bedeutet dies auch die Grundlage, um via Internet telefonieren zu können. Die Internet-Telefonie rückt somit in greifbare Nähe.

29.4.2002 13:42