Donnerstag, 2. Mai 2002

FC Kärnten trennte sich vorzeitig von W. Schachner

  • Vertragsauflösung erfolgte "in Freundschaft"
  • Heinz Hochhauser 10 Tage früher als geplant im Amt

Der österreichische Fußball-Bundesligist FC Kärnten hat sich am Donnerstag vorzeitig von Trainer Walter Schachner getrennt. Der frühere ÖFB-Teamspieler, der im kommenden Spieljahr die Wiener Austria betreuen wird und dessen Abschied aus Klagenfurt erst zu Saisonende geplant war, muss bereits vor den letzten beiden Meisterschaftspartien gegen Rapid und in Tirol seinen Trainersessel räumen. Die Vertragsauflösung erfolgte laut Schachner "in Freundschaft und beiderseitigem Einvernehmen." Heinz Hochhauser wird Walter Schachner mit sofortiger Wirkung ersetzen.

Der Oberösterreicher, der eigentlich erst nach Saisonende dem Steirer hätte nachfolgen sollen, war gerade auf dem Weg nach Klagenfurt, um Gespräche mit seinem zukünftigen Team zu führen, als er vom vorzeitigen Abschied von Schachner erfuhr. "Trete ich eben meinen Job zehn Tage früher an", meinte Hochhauser, der am Freitag erstmals das Training beim FC Kärnten leiten wird.

Den Ausschlag für die einvernehmliche Trennung gab laut Kärnten-Präsident Josef Steindorfer, das Mittwoch-Match zwischen Bregenz und Austria Wien, das die Gäste in Vorarlberg dank drei Treffern im Finish noch klar 4:1 gewonnen hatten. "Ich will nicht von Manipulation sprechen, aber ein bisschen eigenartig ist es schon, dass die Bregenzer ausgerechnet im Match gegen die Austria einen 19-jährigen Nachwuchstorhüter testen", betonte Steindorfer, dass er nicht explizit von Schiebung sprechen wolle. "Und ich wollte Walter Schachner ersparen, dass der Druck von Seiten der Austria auf ihn noch größer wird."

Schachner war seit dem 1. Juni 2000 in Klagenfurt tätig, führte den damaligen Erstdivisionär auf Anhieb in die Bundesliga und gewann mit den Kärntnern im vergangenen Jahr den Cup und Supercup (jeweils gegen Tirol) sowie den Hallencup in Klagenfurt. Durch den Sieg im Pokal nahmen die Kärntner erstmals in der Klubgeschichte an einem internationalen Bewerb teil, scheiterten aber in der ersten Runde des UEFA-Cups an PAOK Saloniki (0:0,0:4).

Derzeit steht der FC Kärnten als Aufsteiger auf dem fünften Tabellenplatz mit einem Punkt Rückstand auf Rang vier, der zur Teilnahme an der UEFA-Cup-Qualifikation berechtigt und auf dem derzeit pikanterweise Schachners zukünftiger Verein Austria liegt.

"Ich gehe im Guten, diese Lösung ist besser für alle Beteiligten", erklärte der ehemalige Italien-Legionär und verwies auf die Bilanz in seiner knapp zweijährigen Trainer-Tätigkeit in Klagenfurt. "Drei Titel in einem Jahr, das muss erst einer nachmachen. Andere brauchen zehn Jahre, um drei Titel zu gewinnen."

Der Abschied aus dem südlichsten Bundesland fällt Schachner nicht leicht. "Ich gehe schweren Herzens, denn was die Mannschaft geleistet hat, war einfach großartig", meinte der frühere Stürmer, der sich nun ganz seiner neuen Aufgabe widmen wird. "Ich werde in den nächsten Tagen alles vorbereiten, damit ich ab 2. Juni hundertprozentig für die Austria arbeiten kann."

2.5.2002 15:17