Freitag, 3. Mai 2002

Jan Ullrich: Führerscheinentzug nach Fahrerflucht

  • Tour-de-France-Start wegen Knieverletzung in Gefahr
  • Telekom-Sportdirektor kündigt Konsequenzen an

Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, Alkohol, Fahrerflucht, Führerschein-Entzug - dazu neue Knieprobleme: Jan Ullrichs Freiburger Irrfahrt in der Nacht zum 1. Mai könnte den deutschen Rad-Olympiasieger wie 1999 die Teilnahme an der Tour de France kosten.

"Offensichtlich aus Frust über einen erneuten gesundheitlichen Rückschlag hat Jan mit seinem Porsche ein bisschen viel Gas gegeben und rammte vor dem Freiburger Bahnhof einen Fahrradständer. Später stoppte ihn die Polizei, er musste zur Blutprobe und seinen Führerschein abgeben", bestätigte am Freitag sein Manager Wolfgang Strohband die Vorfälle. Alkohol sei auch im Spiel gewesen, der Toursieger von 1997 hätte "ein paar Glas Wein" getrunken. Die Staatsanwaltschaft Freiburg leitete Ermittlungen wegen des Vorwurfs von Verkehrsdelikten ein. Die Polizei taxierte den Sachschaden auf 1.700 Euro, Personen waren nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Telekom-Sportdirektor kündigt Konsequenzen an
Die Horror-Nachrichten aus dem Schwarzwald verschlugen den Telekom-Offiziellen unmittelbar nach der Freude über Erik Zabels Erfolg bei "Rund um den Henninger Turm" fast die Sprache. "Er hat im Training wieder leichte Probleme mit dem lädierten Knie bekommen und setzte bis heute drei Tage mit dem Training aus. Aber morgen kann er wahrscheinlich weitermachen. Noch glaube ich an die Tour", sagte am Freitag Teamchef Rudy Pevenage, kündigte aber auch Sanktionen gegen den ehemaligen Tour-de-France-Gewinner an: "Ein solches Benehmen vom Teamkapitän ist nicht zu akzeptieren. Wir werden darüber mit unserem Teamchef Walter Godefroot sprechen." Die Perspektiven für einen Tourstart am 6. Juli in Luxemburg klingen nicht allzu zuversichtlich.

Teamsprecher Olaf Ludwig rügte seinen früheren Rennfahrer-Kollegen, der die Tour wie in jedem Jahr zu seinem Saisonziel Nummer eins erklärt hatte und alles daran setzen wollte, seinen Triumph von 1997 in Frankreich zu wiederholen. "Das hat uns enttäuscht. Gerade, wo es jetzt bei ihm im Training aufwärts ging. Das ist unprofessionelles Verhalten", so Ludwig.

3.5.2002 11:40