Samstag, 4. Mai 2002

Touristen in Istanbuler Hotel als Geiseln genommen

  • Täter wahrscheinlich Tschetschene
  • Ob Österreicher unter Geiseln waren, ist unklar

Ein bewaffneter Mann hatte in einem Hotel in Istanbul Touristen als Geiseln genommen. Die Polizei umstellte das Gebäude. Die Geiselnahme ist unblutig zu Ende gegangen: Der Täter hat sich ergeben.

Der Geiselnehmer ergab sich laut Meldung der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstagvormittag nach nur knapp einer Stunde seiner Aktion der Polizei. Der Bewaffnete hatte zuvor rund 20 Geiseln genommen. Nach Angaben des Nachrichtensenders NTV soll er tschetschenischer Herkunft sein. Demnach schoss er in der Lobby des Marmara-Hotels im Bezirk Taksim im europäischen Teil der Stadt mit einer Kalaschnikow um sich, bevor er die Menschen in seine Gewalt brachte.

Nach Angaben des Fernsehsenders wollte er eine Erklärung zum Tschetschenien-Krieg verlesen und danach die Geiseln wieder freilassen. In der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien kämpft die russische Armee seit Oktober 1999 gegen nach Unabhängigkeit von Moskau strebende Rebellen.

Laut der Nachrichtenagentur AP habe der Mann sowohl gegen die russische Besatzungspolitik in Tschetschenien als auch gegen die israelischen Angriffe gegen die Palästinenser protestieren wollen.

Geiselnahme dauerte 80 Minuten
Der bewaffnete Tschetschene habe bereits nach wenigen Minuten nach Einlangen der Anti-Terroreinheiten der Istanuler Polizei aufgegeben. Zuerst habe er zirka ein Dutzend Geiseln freigelassen und habe fünf Russen als Geiseln bei sich behalten. Aber auch diese seien nur Minuten später freigelassen worden.

Insgesamt habe das Drama nur 80 Minuten lang gedauert, berichtete der TV-Sender NTV.

4.5.2002 10:51