Samstag, 4. Mai 2002

Bangladesch: Fähre mit 500 Passagieren gesunken

  • 100 Überlebende geborgen
  • Schwerer Sturm forderte auch am Festland Opfer

Im Süden Bangladeschs ist während eines Sturms eine Fähre mit Hunderten Menschen an Bord gesunken. Rettungskräfte bargen Polizeiangaben zufolge knapp 100 Überlebende. Die Fähre transportierte laut Polizei rund 500 Menschen. Starke Winde dürften für die Katastrophe verantwortlich sein.

Einige hätten trotz der starken Strömung an Land schwimmen können. Die meisten Menschen dürften das Unglück nicht überlebt haben.

Die Fähre sank den Angaben zufolge Freitag gegen Mitternacht im Fluss Meghna. Rettungskräfte aus Chandpur und Dhaka seien auf der Suche nach den Vermissten und würden dabei von Fischern aus der Umgebung des Unglücksortes unterstützt, sagte ein Polizeisprecher. Die Rettungsversuche würden durch starke Strömungen in dem Fluss behindert. Ein Seenotrettungsschiff sei am Samstag zur Unglückstelle vorgedrungen, ein weiteres sei auf dem Weg, teilte das Amt für Binnenschifffahrt mit.

Knapp 100 Passagiere geborgen
Manzur Elahi von der Bezirksverwaltung Chandpur sagte Reuters, knapp 100 Passagiere seien geborgen worden. Zudem hätten sich einige an Land in Sicherheit bringen können. "Die Fähre liegt rund 35 Feet (rund elf Meter) unter Wasser und die sehr starke Strömung des Flusses dürfte die meisten der Toten weggespült haben", sagte Elahi, der sich am Unglücksort einen Überblick verschafft hatte.

Man habe die Suche der Rettungsteams ausgeweitet. Die Fähre war den Angaben zufolge von der Hauptstadt Dhaka nach Patuakhali unterwegs, als sie bei Shatnal in den Sturm geriet. Shatnal liegt etwa 170 Kilometer südlich von Dhaka. Wie viele Menschen an Bord waren und ob die Fähre "Salahuddin-2" überladen war, konnte die Polizei nicht sagen. Die Schätzung von 500 Passagieren stamme von Überlebenden, sagte ein Polizeisprecher.

Mindesten 25 Tote nach schweren Unwettern
Bei schweren Unwettern waren offiziellen Angaben zufolge in Bangladesh in den vergangenen beiden Tagen mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Viele Häuser seien beschädigt und Reisfelder überflutet worden.

1994 waren bei einem Fährunglück in der Nähe von Chandpur 200 Menschen ums Leben gekommen. Häufig ignorieren die Fährschiffe Sturmwarnungen oder nehmen mehr Passagiere mit erlaubt.

4.5.2002 07:59