Samstag, 4. Mai 2002

Frauenleiche wies mehr als 50 Stichverletzungen auf

  • Ehemann spricht Selbstmord, gibt aber Schnitte zu

Mehr als 50 Stich- bzw. Schnittverletzungen hat eine Frauenleiche aufgewiesen, die in der Nacht auf gestern, Samstag, in einer Wohnung in Wien-Donaustadt entdeckt worden war. Im Hals der 39-jährigen aus Zaire stammenden Bonyo Lolo Qu. steckte ein Bundesheerfeldmesser. Ihr Ex-Mann, der die Polizei verständigt hatte, behauptete jedoch, seine frühere Ehepartnerin habe Selbstmord begangen. Zumindest gab er zu, ihr Schnitte am Hals zugefügt zu haben. Er wurde unter Mordverdacht festgenommen.

Bei dem Opfer handelt es sich um die Schwester des Boxers Biko Botowamungu. Das berichtete die "Neue Kronen Zeitung" (Sonntag-Ausgabe). Der 45-Jährige war mehrmals österreichischer Staatsmeister und Olympiateilnehmer. Gegenüber dem Blatt betonte der ehemalige Sportler, seine Schwester habe sicher keinen Selbstmord begangenen.

Nzuzi Qu. (32) aus Angola und Bonyo Lolo Qu. hatten schon vor längerer Zeit die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Das Paar wurde vor kurzem geschieden, bis Ende Mai hätte sich der Mann noch in der ehemals gemeinsamen Wohnung in der Seikogasse aufhalten dürfen. Zwischen den beiden soll es immer wieder Streit gegeben haben.

Der 32-Jährige verständigte am Samstag gegen 3.45 Uhr die Polizei via Notruf. Er berichtete von einem Selbstmord seiner Ex-Frau. Die Beamten fanden schließlich die grauenhaft zugerichtete Leiche und nahmen Nzuzi Qu. fest.

Verdächtiger leugnet konsequent die Tat
Beim stundenlangen Verhör bestritt der Verdächtige konsequent, die 39-Jährige getötet zu haben. Schließlich legte er laut Exekutive ein Teilgeständnis ab. Er habe der Frau Schnitte im Halsbereich zugefügt, gab er demnach zu. Die Leiche wies u.a. auch Verletzungen an Herz und Lunge auf. Über den Tathergang wird die Obduktion nähere Aufschlüsse geben, hieß es.

4.5.2002 07:36