Freitag, 3. Mai 2002

2. BSE-Fall in Südtirol wurde bestätigt

  • Rätselraten: Wie hat sich die Kuh angesteckt?

Südtirol hat seinen zweiten BSE-Fall. Das Tierseucheninstitut in Turin bestätigte am Freitag das Ergebnis des Referenztest. Demnach war die sechsjährige Kuh vom Sattler-Hof in der Gemeinde Deutschnofen bei Bozen. Rätselraten herrscht aber noch darüber, wie sich die Kuh angesteckt haben könnte.

"Derzeit gibt es keinerlei Anhaltspunkte, wie die Kuh mit dem BSE-Erreger infiziert worden ist", erklärte Landesrat Hans Berger (SVP). Die Betriebe, von denen die betroffene Bauernfamilien ihre Futtermittel bezogen habe, seien bekannt. "Hier bestehen keinerlei Verdachtsmomente, da es sich bei den bezogenen Futtermitteln um marktübliches Futter handelt", sagte Berger. Im Rahmen der Untersuchungen nach Bekanntwerden des Testergebnisses seien weitere Proben am Hof entnommen worden. Die Analysen würden derzeit durchgeführt, doch dürften auch diese Proben keinerlei Anhaltspunkte liefern.

Der nun bestätigte zweite BSE-Fall in Südtirol trifft eine am 28. Oktober 1996 geborene Kuh der Braunviehrasse. Sie war in der vergangenen Woche notgeschlachtet worden, nachdem bei ihr Symptome einer Azetonemie (Stoffwechselkrankheit) festgestellt worden seien. Das Fleisch der notgeschlachteten Kuh sei nicht für den Verzehr bestimmt gewesen und sei bereits fachgerecht entsorgt worden.

Die Untersuchungen über die Nachkommen der BSE-positiven Kuh hätten ergeben, dass von den vier der von der Kuh stammenden Kälber drei bereits geschlachtet worden sind, und zwar zwei am betroffenen Hof (am 17. Dezember 2000 und am 8. Oktober 2001) und eines im Schlachthof von Deutschnofen (am 02. Jänner 2001). Das verbleibende vierte Kalb stehe derzeit noch im Stall des betroffenen Bauernhofes und müsse nun in jedem Fall geschlachtet werden.

Was mit den verbleibenden drei Tieren geschehe, müsse die betroffene Bauernfamilie nun entscheiden. Es ergeben sich dabei zwei Möglichkeiten, nämlich die Keulung aller vier verbleibenden Tiere oder die Kohortenschlachtung, die im konkreten Fall lediglich die Keulung des direkten Nachkommens der Kuh betreffen würde.

In Südtirol seien mittlerweile rund 15.000 Tests im Lande und 10.000 außerhalb Südtirols (Südtiroler Schlachtvieh betreffend) durchgeführt worden.

3.5.2002 17:50