Freitag, 3. Mai 2002

Drei Hercules-Flieger von der britischen Luftwaffe

  • 40 Mio. € für 30 Jahre alte Transport-Flugzeuge
  • Scheibner betont Notwendigkeit

40 Millionen € für 30 Jahre alte Transport-Flugzeuge: Soviel bezahlt das Bundesheer für drei gebrauchte "Hercules C-130" der britischen Luftwaffe. Das berichten der "Kurier" in seiner Samstag-Ausgabe und das Radio-"Journal um Fünf". Verteidigungsminister Herbert Scheibner betonte Freitagabend im Radio die Notwendigkeit dieses Ankaufs vor allem für Auslandseinsätze und Katastrophenhilfe. Bisher habe man immer Geräte anmieten müssen.

Das Bundesheer kauft drei gebrauchte Transport-Flugzeuge der britischen Luftwaffe. Das berichten der "Kurier" in seiner Samstag-Ausgabe und das Radio-"Journal um Fünf". Die 30 Jahre alten "Hercules C-130" kosten zusammen 40 Millionen Euro. Verteidigungsminister Herbert Scheibner betonte Freitagabend im Radio die Notwendigkeit dieses Ankaufs vor allem für Auslandseinsätze und Katastrophenhilfe. Beides könne in Zukunft rasch bewerkstelligt werden, bisher habe man Geräte anmieten müssen.

Diesem Beschluss war ein monatelanges Tauziehen zwischen Finanz- und Verteidigungsministerium voraus gegangen, schreibt der "Kurier", weil - laut einem spanischen Gutachten - die Maschinen verschiedene Schäden aufweisen würden. Im Preis der Briten sind aber Sanierungs- und Reparaturarbeiten inkludiert, ein Flugbetrieb der drei Hercules für 20 Jahre wird garantiert.

Scheibner wolle den Hercules-Kauf durch den Verkauf von 170 alten US-Kampfpanzern M 60 an Ägypten finanzieren. Für die Exportbewilligung bedürfe es einer Zustimmung der USA. Ein Zusammenhang mit einem etwaigen Ankauf von Draken-Nachfolgern liege also in der Luft, werde aber nicht bestätigt.

Am Donnerstag habe das Finanzministerium die Zustimmung für den Kauf erteilt, Mitte Mai sollen die Verträge unterzeichnet sein, Ende Dezember werden die Maschinen in Linz Hörsching landen.

Stichwort: Hercules-Transport-Flugzeuge
Die Maschinen sind generalüberholt und haben noch eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren. Sie können bis zu 92 Personen bzw. 19 Tonnen Material transportieren und haben eine Reichweite von 4.000 km. Sie werden am Fliegerhorst Vogler in Hörsching stationiert.

Folgende Einsatzmöglichkeiten, gereiht nach Prioritäten, sind vorgesehen: 1. Evakuierung von im Ausland befindlichen Personen und Material im militärischen und zivilen Bereich (Auslandskontingente des Bundesheeres, Botschaftsangehörige, etc.) 2. Entsendung von Kontingenten bei Auslands- und Katastrophen- bzw. Hilfeleistungseinsätzen (z. B.: Erdbeben in der Türkei oder Auslandseinsatz in Afghanistan) 3. Anschlussversorgung der im Ausland befindlichen Kontingente

Der Kaufpreis inkludiert sowohl die Kosten für die Flugzeuge, wie auch die Ausbildungskosten und Aufwendungen für Fracht- und Passagierabwicklungsausrüstung (Bodenlogistik).

3.5.2002 17:25