Neue Offensive der Alliierten in Afghanistan
- 1.200 britische und amerikanische Elitesoldaten sind im Einsatz
- Suche in Höhlen und Bunkern, bisher keine Spur von Bin Laden

1.200 Elitesoldaten haben unterstützt von afghanischen Verbänden eine Offensive in der Bergregion im Südosten Afghanistans begonnen. Das Ziel der Operation definierte der britische Brigadegeneral Rodger Lane so: Höhlen und Bunker ausfindig machen, in denen sich Kämpfer der radikal-islamischen Taliban und der El-Kaida-Gruppe des moslemischen Extremisten Osama bin Laden versteckt hielten.
An der Offensive mit dem Namen "Operation Snipe" seien etwa 1000 britische Soldaten beteiligt, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Nach Angaben Washingtons werden sie von etwa 200 US-Soldaten unterstützt.
Der Sprecher der britischen Marine-Infanteristen, Oberst Paul Harradine, sagte, die Bodentruppen würden von der Luftwaffe unterstützt, so etwa von Kampfhubschraubern des Typs Apache. Auf die Frage, ob in dem Operationsgebiet auch Bin Laden, den die USA für die Anschläge vom 11.September verantwortlich machen, vermutet werde, sagte er: "Das wäre wunderbar, wenn es so wäre." Es gebe aber hierfür keine Geheimdiensthinweise. Man wisse nicht genau, was überhaupt auf die Truppen zukommen werde.
Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte in Kabul, an der Aktion südlich der Stadt Chost würden sich auch afghanische Soldaten beteiligen. Hunderte seien in das Operationsgebiet verlegt worden.
Der von den USA genutzte Flughafen von Khost wurde am Donnerstag mit Raketen beschossen. Ein Sprecher der US-Armee teilte mit, drei oder vier Raketen oder Granaten seien einige hundert Meter neben dem Flughafen eingeschlagen. Es habe keine Verletzten gegeben und niemand sei in Gefahr gewesen.
Der frühere afghanische König Mohammed Zahir, der erst kürzlich aus dem Exil nach Kabul zurückgekehrt war, entsandte derweil nach Angaben der Regierung in Kabul eine Delegation in die Provinz Gardes, um die Lage an der Grenze zu Pakistan zu beruhigen. Dort und in Mazar-i-Sharif im Norden war es in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Gefechten zwischen bewaffneten Gruppen gekommen. Dabei hatte es 40 Tote gegeben. Übergangspräsident Hamid Karsai erklärte, die Kämpfe müssten sofort aufhören. Notfalls würden die alliierten Truppen im Lande gebeten, die Kämpfe zwischen Verbänden rivalisierender Kriegsfürsten zu beenden.
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