Mittwoch, 1. Mai 2002

US-Großoffensive im Südosten Afghanistans

  • Neue Operation gegen Taliban und Al-Qa'ida
  • Massengrab in Nordafghanistan entdeckt

Etwa tausend britische und US-Soldaten haben im Südosten von Afghanistan am Donnerstag eine neue Offensive gegen versprengte Taliban- und Al-Qa'ida-Kämpfer unternommen. Der britische Kommandant General Roger Lane sagte in der Luftwaffenbasis Bagram bei Kabul, der Angriff gelte einem wichtigen Stützpunkt oder ehemaligem Stützpunkt von Terroristen in einem zerklüfteten Gebiet.

Die Offensive mit dem Namen "Operation Snipe" sei sorgfältig vorbereitet worden. Die Offensive sei Teil der laufenden "Operation Mountain Lion" in der Provinz Khost an der Grenze zu Afghanistan, sagte ein anderer Offizier.

Nach Pentagon-Angaben trafen bereits am Mittwoch US-Truppenkontingente zur Verstärkung in dem Kampfgebiet ein. Außerdem seien Apache-Kampfhubschrauber vom Luftwaffenstützpunkt Bagram nach Kandahar im Süden von Afghanistan verlegt worden.

Massengrab in Nordafghanistan entdeckt
In der Wüste in Nordafghanistan hat eine amerikanische Hilfsorganisation ein Massengrab mit mehreren hundert Leichen entdeckt. Eine Sprecherin der Organisation Ärzte für Menschenrechte, Jenny Leaning, erklärte am Mittwoch, bei den Opfern handle es sich möglicherweise um Kämpfer der Taliban, die nach ihrer Aufgabe von Soldaten der Nordallianz getötet worden seien.

Von der Größe des Grabes schloss Leaning darauf, dass bis zu 1.000 Leichen in dem Massengrab in der Wüste von Dasht-e-Laili verscharrt wurden. Sie erklärte, eine kleine Gruppe von Soldaten habe das Grab abgeriegelt, bis die Untersuchung der Organisation abgeschlossen werden könne. Insgesamt gibt es nach Angaben von Ärzte für Menschenrechte mindestens 13 Massengräber in Nordafghanistan und Hinweise auf viele weitere.

1.5.2002 11:46