Sbg: Verschmutztes Wasser als Trinkwasser in Hotel
- Hotelier wollte sich Wassergebühr ersparen
- Anzeige auch wegen Gemeingefährdung

Mit einem ausgesprochen ungewöhnlichen Diebstahl hat es derzeit die Gendarmerie-Kriminalabteilung im Salzburger Pongau zu tun: Ein prominenter Hotelier soll - um Kosten zu sparen - Wasser von der Beschneiungsanlage der St. Johanner Bergbahnen abgezweigt und in die hausinterne Wasserversorgung eingespeist haben. Proben ergaben jetzt, dass das Trinkwasser im Hotel mit Bakterien und Keimen verseucht und deshalb ungenießbar ist.
Der Hotelier, in dessen Haus unter anderem Ralf Schumacher und Andreas Herzog genächtigt haben, soll die Stadt St. Johann um rund 40.000 Euro geschädigt haben, teilte die Gendarmerie heute, Dienstag, in einer Aussendung mit.
Eine Anzeige der Stadtgemeinde St. Johann hatte die Sache Mitte März ins Rollen gebracht. Es bestehe der Verdacht, dass der Hotelier im Alpendorf die Gemeinde um Wasser- und Kanalgebühren betrogen habe. Bei der Begehung eines Sachverständigen erhärtete sich der Verdacht, dass der Wasserzähler manipuliert worden sei. Außerdem wurde dabei festgestellt, dass auch anderes Wasser in die hauseigene Wasserversogung eingespeist wird. Und tatsächlich wurde eine Verbindung der Wasserleitung, welche die Bergbahnen für die Kunstschneeerzeugung nutzen, mit der Wasseranlage des Hotels festgestellt. Den Bergbahnen war diese Verbindungsleitung nicht bekannt.
Im Technikraum des Hauses konnte jedenfalls mit wenigen Handgriffen an den Ventilen aus drei Quellen Wasser bezogen werden: Gemeinde-, Eigen- und Beschneiungswasser. Über Gerichtsbeschluss wurde ein mikrobiologischer Gutachter beigezogen, der an mehreren Stellen im Hotel Wasserproben nahm. Dabei stellte sich heraus, dass das Trinkwasser im Hotel mit Bakterien und Keimen derart verunreinigt sei, dass es nicht mehr genießbar ist. Da aber sowohl das Eigen- wie auch das Gemeindewasser absolut sauber waren, erhärtete sich der Verdacht, dass wirklich Wasser, das für die Schneekanonen gedacht war, aus den Wasserhähnen des Hotels floss. Die Ermittlungen der Behörden laufen deshalb auch in Richtung Gemeingefährdung.
Derzeit ist Zwischensaison, das Hotel ist seit Anfang April und bis etwa Mitte Mai geschlossen. Der Hotelier bestreitet die Vorwürfe.
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