Referendum über 2. Amtszeit Musharrafs in Pakistan
- Appell vor Volksabstimmung - Pakistan bleibt islamischer Staat

Rund 60 Millionen Pakistanis waren am Dienstag aufgerufen, in einem Referendum über eine zweite Amtszeit von Militärmachthaber Pervez Musharraf zu entscheiden. Der General wollte sich sechs Monate vor der im Oktober fälligen Parlamentswahl die Präsidentschaft für weitere fünf Jahre sichern. Die Opposition rief zum Boykott der Abstimmung auf, die Regierung bemühte sich um eine möglichst hohe Beteiligung. Unter dem Vorwurf der versuchten Wahlstörung wurden mindestens vier Oppositionelle festgenommen.
Die Frage auf dem Stimmzettel lautete: "Für das Überleben des Kommunalverwaltungssystems, die Festigung der Demokratie, die Fortsetzung des Reformprozesses, zur Beendigung des Sektierertums und des Extremismus und zur Erfüllung der Vision von Quaid e Azam (des "großen Führers" und pakistanischen Staatsgründers Mohammed Ali Jinnah) - wollen Sie General Pervez Musharraf für fünf Jahre zum Staatspräsidenten Pakistans wählen?"
Der Kandidat selbst gab sich bei seiner Stimmabgabe in Rawalpindi zuversichtlich über ein Ergebnis in seinem Sinne. "Ich lasse mich auf Grund meiner Leistung und meiner Politik prüfen", sagte Musharraf, als er am Dienstag in Rawalpindi seine Stimme abgab.
Das Ergebnis der Abstimmung wird für Mittwoch erwartet. Die Wahlbeteiligung war zunächst allerdings uneinheitlich. In der Hauptstadt Islamabad zeichnete sich ein hohes Wählerinteresse ab, ebenso in Lahore. In Rawalpindi sowie in der Hafenstadt Karachi, Sitz von zahlreichen islamistischen Gruppen, schienen indessen deutlich weniger Wähler an die Urnen zu gehen.
Musharraf will gegen Korruption vorgehen
Musharraf hat stets geltend gemacht, dass nur unter seiner Führung die Korruption im Land wirksam bekämpft werde. Mit seinem harten Vorgehen gegen islamistische Extremisten und seiner Unterstützung der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus hat er allerdings auch viel Widerspruch geerntet. Deshalb war der Regierung offensichtlich an einer hohen Zustimmungsquote gelegen.
Die Opposition warf Musharraf vor, mit immer neuen Lockerungen der Wahlbestimmungen eine groß angelegte Manipulation des Referendums zu planen. Am Montag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass auch Personen ohne Personalausweis mit Bild wählen dürfen, wenn sie ein Dokument der Regierung vorweisen könnten. Demnach reichten auch Arbeitsausweise, Führerscheine und Studentenausweise zum Nachweis der Wahlberechtigung aus.
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