Falscher Zahnarzt "behandelte" über 60 Patienten
- Geschädigte Patienten soll nun Hilfe erhalten
- Gendarmen verhafteten 28-Jährigen im Raum Tulln

Nach dem Auffliegen der Affäre um einen falschen Zahnarzt in OÖ verspricht die Ärztekammer nun Hilfe. Der 28-jährige gelernte Zimmermann aus Tulln war im Februar und März als Urlaubsvertretung tätig. Insgesamt "behandelte" er 61 - ahnungslose - Patienten! Zumindest 14 Personen sollen durch den Besuch beim falschen Onkel Doktor nachhaltige Schäden erlitten haben.
Man werde die geschädigten Personen so rasch wie möglich kontaktieren und betreuen, hieß es in einer Stellungnahme der Ärztekammer.
"Einschlägige Erfahrung" hatte der Mann in Zahnarztpraxen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gesammelt. er arbeitete seit 1994 als Gehilfe und Reinigungskraft. Bei einer günstigen Gelegenheit eignete er sich die Ordinationsschlüssel an, erbeutete Geld sowie Zahnpflegematerial. Insgesamt dürften 17 Einbrüche auf das Konto des 28-Jährigen gehen. Bei den Erhebungen stellte sich heraus, dass die Geschädigten vielfach keine Anzeige erstatteten oder aber der Verdächtige unangemeldet beschäftigt war.
Bei einem Einbruch in das Wohnhaus eines Zahnarztes am 7. Februar dieses Jahres stahl der Mann laut Aussendung auch den Arztbefähigungsnachweis. Tags darauf fragte er an der Wiener Uni-Klinik wegen einer freien Zahnarztstelle an. Unter Vorlage einer gefälschten Zulassungsbestätigung der Ärztekammer wurde er am 13. Februar in Oberösterreich zunächst als Assistent und in der Folge als Urlaubsvertretung aktiv.
Von 25. Februar bis 22. März "werkte" der 28-Jährige weiter unter der Aufsicht des Praxisinhabers. Wegen diverser Beschwerden und mangelhafter Arbeit vermittelte dieser seinen "Kollegen" zwecks Weiterbildung an die Uni-Klinik Wien, ehe er in der Folge auf Grund einer seltsamen Postsendung Verdacht schöpfte und Anzeige erstattete.
Während einer Kontrolle durch Beamte der BPD Wien an der Uni-Klinik gelang dem "falschen Zahnarzt" die Flucht. Auf Grund der vorliegenden Personenbeschreibung wurde er ausgeforscht und in der Wohnung seiner Freundin in Zwentendorf festgenommen. Bei der Hausdurchsuchung fand sich diverses Belastungsmaterial.
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