Mittwoch, 24. April 2002

Großes Zittern vor Matura: Heute geht's los!

  • Heute erster möglicher Termin

Das große Zittern vor der Reifeprüfung geht in die Zielgerade. Heute beginnt die Matura-Saison an den Schulen in Ostösterreich, der Westen folgt dann eine Woche später. Auch heuer werden mehr Mädchen als Burschen die Reifeprüfung ablegen.

Von den rund 38.000 Maturanten im Vorjahr waren laut Zahlen des Bildungsministeriums immerhin mehr als 21.200 Mädchen - das entspricht einem Anteil von etwa 56 Prozent. Heuer gibt es auch eine Premiere: Am BG und BRG Draschestraße in Wien-Liesing sowie am Vienna Business College in Wien-Meidling werden bilinguale Reifeprüfungen abgehalten.

Den ersten Schritt zur Matura haben bereits jene Schüler hinter sich, die eine Fachbereichsarbeit verfasst haben. Die beliebtesten Fächer waren dabei im vergangenen Schuljahr in Wien Geschichte, Biologie, Psychologie und Philosophie sowie Deutsch und Geografie. In den vergangenen Jahren hat durchschnittlich jeder sechste Wiener Maturant eine Fachbereichsarbeit geschrieben.

Bei der 1992/93 eingeführten Fachbereichsarbeit handelt es sich um eine schriftliche Hausarbeit, die von den Schülern während des ersten Semesters der 8. Klasse selbstständig verfasst werden kann. Dafür ersparen sich die Schüler bei der Matura eine mündliche Teilprüfung. Im Rahmen der Fachbereichsarbeit müssen die Jugendlichen beweisen, dass sie fähig sind, Sachverhalte und Probleme schwerpunktmäßig zu erfassen. Logisches und kritisches Denken sind ebenso Voraussetzung wie das Erkennen von Ursachen und Zusammenhängen. Im Rahmen der mündlichen Reifeprüfung erfolgen dann Präsentation und Diskussion der Fachbereichsarbeit.

Erste bilinguale Matura in Wien
Eine Premiere kommt auf zwölf Schüler des BG und BRG Draschestraße zu, wo erstmals in einer "Normal-AHS" am 3. Juni im Rahmen eines Schulversuchs eine bilinguale Matura (Deutsch, Englisch) abgenommen wird. Den Vorsitz wird dabei AHS-Landesschulinspektor Karl Blüml führen.

Die schriftliche Reifeprüfung steht in der Draschestraße bereits ab kommendem Montag auf dem Programm. Sie unterscheidet sich vor allem im Schwierigkeitsgrad der Englisch-Klausur von der herkömmlichen Matura: Die Anforderungen in der Fremdsprache entsprechen jenen einer Deutsch-Reifeprüfung.

Im mündlichen Teil werden in jedem Gegenstand auch Fragen auf Englisch gestellt. Dies betrifft vor allem jene Themengebiete, die auch im Unterricht auf Englisch behandelt wurden, so Direktor Friedrich Anzböck. Die Fragen werden daher auch von zwei Prüfern gestellt: dem jeweiligen Fachlehrer und einem native speaker.

24.4.2002 09:28