Physiker Victor Weisskopf in New York gestorben
- Er war am US-Atombombenprogramm beteiligt
- Genoss ausbildung bei Bohr, Heissenberg und Schrödinger

Der aus Wien stammende Physiker Victor Weisskopf ist am Montag 93-jährig in New York gestorben. Weisskopf, der bei den wohl größten Physikern des vergangenen Jahrhunderts lernte, war an entscheidender Stelle am US-Atombombenprogramm im Zweiten Weltkrieg beteiligt, war später allerdings Mitbegründer der - 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten - Pugwash-Friedenskonferenz.
Der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger würdigte im "Standard" Weisskopf als "einen der Giganten der Physik des 20. Jahrhunderts".
Weisskopf erhielt seine Ausbildung u.a. bei Niels Bohr, Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli und Erwin Schrödinger. Ab 1937 arbeitete der Physiker in den USA, wo er ab 1943 in Los Alamos als stellvertretender Abteilungsleiter unter Hans Bethe an entscheidender Stelle die erste Atombombe mitentwickelte. In der Zeit des Kalten Krieges wurde Weisskopf ein engagierter Befürworter der Abrüstung. Von 1961 bis 1966 übernahm er die Leitung des Europäischen Laboratoriums für Teilchenphysik CERN bei Genf.
Zuletzt war Weisskopf vor genau zwei Jahren anlässlich eines Symposiums zum 100. Geburtstag des österreichischen Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli in Wien. Zu diesem Anlass erhielt er das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

