Samstag, 27. April 2002

Merrill-Lynch-Chef entschuldigt sich bei Aktionären

  • Skandal um firmeninterne E-Mails und falsche Empfehlungen

Der Chef der größten amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch, David H. Komansky, hat sich öffentlich bei den Kunden, Aktionären und Mitarbeitern für zu Tage gekommene firmeninterne E-Mails entschuldigt.

Darin waren Aktien schlecht bewertet worden, während es gleichzeitig Kaufempfehlungen für die Wertpapiere an die Investoren gab. Das Unternehmen habe sich nicht an seine traditionell hohen Standards gehalten, erklärte Komansky am Freitag. Er nannte die E- Mails "qualvoll und enttäuschend".

Komansky sicherte den Aktionären zu, dass Merrill Lynch sich dem Problem stellen werde. Man werde klare und teifgreifende Aktionen setzen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Merrill Lynch befinde sich in Verhandlungen mit dem Justizminister des Bundesstaates New York. Vergangene Woche habe man eine Vereinbarung erzielt, weitergehende Offenlegungen in den Forschungsberichten zu machen. Diese gehen nach Angaben der größten amerikanischen Brokerfirma weit über den gegenwärtigen Branchenstandard hinaus.

Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC, der Verband der Wertpapierhändler und die New Yorker Börse seien damit befasst, neue Forschungsregeln festzulegen, die für die Gesamtbranche gelten sollen. Merrill Lynch kooperiere dabei.

27.4.2002 10:17