Freitag, 26. April 2002

Konjunkturflaute & Lipobay-Krise drückt Bayer-Gewinne

  • "Der Start in das neue Jahr war enttäuschend"

Die anhaltende Konjunkturflaute und Umsatzausfälle durch die Rücknahme des Medikaments Lipobay machen dem Bayer-Konzern auch 2002 zu schaffen. "Der Start in das neue Jahr war enttäuschend", sagte der scheidende Vorstandschef Manfred Schneider am Freitag bei der Hauptversammlung in Köln. Vor Sonderposten sei das operative Ergebnis im fortlaufenden Geschäft um 46 Prozent auf 493 Mill. Euro gesunken.

Beim Umsatz verzeichnete Bayer in den ersten drei Monaten ein Minus von 6 Prozent auf 7 Mrd. Euro. "Angesichts der unbefriedigenden Entwicklung tun wir alles um gegenzusteuern und die Ertragslage zu verbessern", unterstrich Schneider.

Beim Aktionärstreffen in Köln stand Schneider zum letzten Mal den Anteilseignern Rede und Antwort. Nach zehnjähriger Amtszeit als Vorstandsvorsitzender wechselt der 63-jährige Manager als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Zu seinem Nachfolger wurde bereits im vergangenen Jahr Werner Wenning berufen, der seit 1997 für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich zeichnet.

Zum Auftakt der Hauptversammlung kam es zu einem Zwischenfall, als einige Demonstranten das Podium stürmten und den Vorstand sowie den Aufsichtsrat wegen der Aktivitäten von Bayer in der Genforschung beschimpften. Nach kurzem Handgemenge mit dem Werksschutz wurden sie aus dem Saal geführt.

Im vergangenen Jahr waren die Ergebnisse unter anderem durch die Lipobay-Krise und Konjunkturflaute stark unter Druck geraten. So brach der Konzerngewinn um 47 Prozent auf 965 Mill. Euro ein und fiel unter das Niveau von 1994. Gleichzeitig schrumpfte der Konzernumsatz um 2 Prozent auf 30,3 Mrd. Euro. Erstmals seit zehn Jahren wird Dividende gekürzt. Mit Zustimmung der Hauptversammlung soll der Ausschüttungsbetrag von 1,40 Euro auf 0,90 Euro gesenkt werden.

26.4.2002 12:42