Leistungsbilanz-Defizit 2001 weiter gesunken
- Handel mit Gütern und Dienstleistungen verbessert
- Gute Handels- und Reiseverkehrsbilanz

Das Defizit in der österreichischen Leistungsbilanz ist im Jahr 2001 um 400 Mill. Euro auf 4,6 Mrd. Euro gesunken, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) mit. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind das 2,2 Prozent, verglichen mit 5,0 Mrd. Euro bzw. 2,5 Prozent im Jahr 2000.
Das 2001 verbesserte Leistungsbilanzdefizit sei ausschließlich auf das bessere Ergebnis beim grenzüberschreitenden Handel mit Gütern und Dienstleistungen zurückzuführen. Mit einem Defizit von 0,2 Mrd. Euro sei in diesem Bereich erstmals seit 1994 wieder ein praktisch ausgeglichenes Ergebnis erzielt worden.
Dagegen wies die Einkommensbilanz, die entscheidend von der Netto-Auslandsverschuldung Österreichs abhängt, ein deutlich erhöhtes Defizit von 3 Mrd. Euro aus, hieß es weiter. Die Transferbilanz, die vor allem Österreichs EU-Beitrag widerspiegelt, blieb mit einem Defizit von 1,4 Mrd. Euro nahezu unverändert.
Geringer Einfuhrüberschuss
Besonders günstig war 2001 das Ergebnis der Handelsbilanz: Laut Statistik Austria war der Einfuhrüberschuss mit 4,2 Mrd. Euro der geringste seit 1978. Setzt man das Defizit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), so seien die 2 Prozent des Jahres 2001 sogar das beste Ergebnis seit einem halben Jahrhundert. Seit der Ostöffnung, dem EU-Beitritt und der Schaffung der Währungsunion zeige die Handelsbilanz eine besonders erfreuliche Tendenz. Die Exportquote sei von gut 20 Prozent zwischen 1982 und 1992 auf mittlerweile mehr als 35 Prozent angestiegen.
Deviseneinnahmen aus dem Reiseverkehr stiegen
Im Reiseverkehr mit dem Ausland stieg die Zahl der Ausländernächtigungen 2001 zum vierten Mal in Folge. Die Zunahme belief sich auf 1,1 Mill. Nächtigungen bzw. plus 1,3 Prozent. Die Zunahme sei umso bemerkenswerter, als die weltweite Zahl der internationalen Touristenankünfte als Folge der Attentate vom 11. September 2001 erstmals seit 1982 gesunken sei. Österreichs Ruf als sicheres Reiseland und seine geographische Nähe zu den wichtigsten Quellmärkten haben 2001 laut OeNB zu einem Marktanteilsgewinn geführt.
Die Deviseneinnahmen aus dem Reiseverkehr (einschließlich "Internationaler Personentransport") stiegen um 7,4 Prozent auf 13,3 Mrd. Euro. Da auch die Reiseverkehrsausgaben 2001 mit 10,8 Mrd. Euro relativ stark gestiegen seien, habe sich der Überschuss der Reiseverkehrsbilanz nur leicht auf 2,4 Mrd. Euro verbessert.

