Donnerstag, 25. April 2002

OECD: Österreichs Wirtschaft kommt erst wieder 2003 in Fahrt

  • Prognosen für 2002 erneut zurückgenommen

Die OECD hat ihre Prognosen für 2002 erneut zurückgenommen. Österreichs Wirtschaft wird erst wieder 2003 an Fahrt gewinnen, heißt es nun. Und: Die Konjunkturdelle mache das Nulldefizit heuer schwierig.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrer jüngsten Konjunkturprognose die Wachstumserwartungen für Österreich für das laufende Jahr 2002 erneut zurückgenommen und geht von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus. 2003 werde die Wirtschaft jedoch wieder deutlich an Fahrt gewinnen und stärker als bisher erwartet - um 2,8 Prozent - wachsen.

In beiden Jahren liegt Österreich damit unter dem prognostizierten Durchschnitt für die Euro-Zone (1,3 Prozent für 2002 bzw. 2,9 Prozent für 2003). Das geht aus dem Economic Outlook No. 71 hervor, der am Donnerstag in Paris präsentiert wurde.

Damit schätzt die Pariser Organisation die Konjunkturentwicklung genauso wie das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ein und hat für 2003 im Vergleich zu anderen Prognosen die optimistischsten Aussichten. Das Institut für Höhere Studien (IHS) ging in seiner letzten Prognose von einem realen Wachstum von 1,7 Prozent im laufenden Jahr und von 2,5 Prozent für 2003 aus. Die EU-Kommission sagt für Österreich für 2002 ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent voraus, 2003 soll es ebenfalls bei 2,5 Prozent liegen.

Die OECD hatte zuletzt im November Österreich ein Wachstum von 1,5 Prozent in diesem und 2,7 Prozent für kommendes Jahr vorhergesagt.

Nach der allgemeinen Konjunkturdelle 2001, die von einem schwächeren Privatkonsum, steigender Arbeitslosigkeit und höheren Steuern begleitet war, weisen seit Anfang 2002 sowohl Verbrauchervertrauen als auch Industrie-Investitionen wieder Zeichen einer Erholung auf. Der Privatkonsum sei nicht zuletzt auf Grund höherer Sozialleistungen wieder im Steigen. Investitionen in Maschinen und Ausrüstung sollen 2003 deutlich zunehmen, wenn sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen wieder verbessern.

Die positiven Aussichten für 2003 könnten getrübt werden, wenn das Konsolidierungsprogramm der Regierung nicht vollständig umgesetzt werde und es in Folge zu negativen Auswirkungen auf das Verbrauchervertrauen komme. Auf der anderen Seite könnte eine schneller als erwartete Erholung in Europa Österreichs Wirtschaftsentwicklung politiv beeinflussen, so die OECD.

25.4.2002 10:23