Mittwoch, 24. April 2002

Lindner: Erhöhung der ORF-Gebühren wird notwendig

  • NEWS: Wenn "absolut notwendig", dann schon vor der Wahl

Nach Ansicht von ORF-Generaldirektorin Monika Lindner könnte eine Erhöhung der ORF-Gebühren notwendig werden, wenn "konjunkturell noch gröbere Einbrüche kommen". Dies sagte sie im NEWS-Interview. "Früher oder später wird man nicht um eine Gebührenerhöhung herumkommen", so Lindner in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Allerdings wolle man diesen Schritt "so lange wie möglich hinauszögern".

Sie gehe davon aus, dass eine Erhöhung der ORF-Gebühren vor der nächsten Nationalratswahl "schwierig sein wird". Sollte es aber "absolut notwendig sein", sei nicht auszuschließen, dass man bereits vor den Wahlen 2003 aktiv werden müsse. Man müsse sich "irgendwann hinstellen und sagen, dass bestimmte Dinge nicht mehr möglich sind", so die Generaldirektoren.

Der für 2002 absehbare Verlust des ORF sei aus dem konjunkturellem Einbruch entstanden und nicht durch das ORF-Gesetz, sagte Lindner weiter. Die Folgen des neuen Gesetzes habe man bereits in den alten Finanzplan eingearbeitet. "Die Beschränkungen, die uns das Gesetz auferlegt, waren mir bekannt. Dass sich manches in der Praxis als härter als gedacht erwies, ist auch möglich."

Zur in den vergangenen Tagen wieder lautstark vorgetragenen Forderung von FP-Seite, den ORF zu privatisieren, sagt Lindner: "Dazu muss ich mich wirklich nicht äußern. Das neue ORF-Gesetz ist ja noch nicht so alt. Wenn die Politik eine Änderung wünscht, wird das wohl in die Wege geleitet." FPÖ-Klubobmann und -Mediensprecher Peter Westenthaler hatte am Mittwoch seinen Wunsch nach einer ORF-Privatisierung bekräftigt und gemeint, die Österreicher müssten "von den Zwangsgebühren befreit werden, von denen viele nicht wissen, warum sie sie zahlen müssen".

24.4.2002 13:57