Maculan International jetzt doch in Konkurs
- Masseverwalter konnte nur 6 statt 10 Mio. Euro eintreiben

Die Maculan International GmbH., eine Firma des früheren "Baulöwen" Alexander Maculan, konnte den 1996 angemeldeten Ausgleich nur zum Teil erfüllen und ist laut Zeitungsberichten nun über Gläubigerantrag in den Konkurs geschlittert. Statt der für die angepeilte Ausgleichsquote von 40 Prozent erforderlichen 10,16 Mio. Euro habe Masseverwalter Josef Ebner nur knapp 6 Mio. Euro eintreiben können, was lediglich 23 Prozent entsprochen hätte. Eine Verlängerung des Ausgleichsverfahrens sei nicht mehr möglich gewesen.
Ebner hofft, beim nun laufenden Konkursverfahren auf das Vermögen der Maculan International Berlin zugreifen zu können: "Das Unternehmen ist zwar ebenfalls in der Insolvenz, hat aber ein Guthaben von 4,5 Millionen Euro." Er müsse jetzt mit dem deutschen Masseverwalter um den Zugriff auf dieses Geld streiten. Insgesamt betrugen die anerkannten Forderungen in dieser Insolvenz vor sechs Jahren 25,4 Mio. Euro. Gläubiger haben die Möglichkeit, bis 2. Juni ihre Forderungen anzumelden. Die erste Gläubigerversammlung ist bereits für Donnerstag nächster Woche, den 2. Mai, anberaumt.
Maculan International ist ein "kleiner Fisch" in der gesamten Maculan-Pleite. Das Bau-Imperium hatte seinerzeit einen Schuldenberg von 806,6 Mio. Euro angesammelt, als sie 1996 zusammenbrach. Den 1.500 Gläubigern der Hofman & Maculan Bau AG wurden Forderungen in der Höhe von 182 Mio. Euro anerkannt. Insgesamt waren damals mehr als zwei Dutzend Maculan-Firmen insolvent geworden.
In der Zwischenzeit ist Alexander Maculan vor allem im Osten wieder aktiv. Im russischen Tambow betreibt er eine Produktionsfabrik für Mineralwolle und ein Holzplattenwerk. Maculan sieht dort auf Grund des hohen Wirtschaftswachstums gute Chancen und schließt einen Ausbau oder Akquisitionen nicht aus. In Österreich ist Maculan 1995 ins Hotel-Geschäft eingestiegen. Ihm gehört das "Hotel Stadt Triest" in der Wiedner Hauptstraße in Wien.

