Dt. Wirtschaftsforscher: Wirtschaft vor Aufschwung
- Wachstum der Industrieländer: 2002 bei 1,2%, 2003 bei 2,8%
Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die Weltwirtschaft vor dem Aufschwung. In ihrem Frühjahrsgutachten heißt es, die Weltwirtschaft "habe sich seit Ende des Jahres aus der konjunkturellen Schwäche gelöst". Das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Industrieländer werde 2002 bei 1,2 und 2003 bei 2,8 Prozent liegen.
In den mittel- und osteuropäischen Ländern werde sich die Expansion der Gesamtwirtschaft in beschleunigtem Tempo fortsetzen. Auch in den asiatischen Schwellenländern werde die Konjunktur deutlich an Schwung gewinnen, während sich die Wirtschaft in Lateinamerika nur zögerlich belebe. Mit dem Aufschwung der Weltwirtschaft werde sich auch der Welthandel ausweiten. Für 2002 erwarten die Institute laut ihrem Gutachten ein Wachstum des Welthandels von etwa drei Prozent, für 2003 wird eine Ausweitung um gut neun Prozent vorhergesagt.
Die Prognose für die USA geht 2002 von einem realen BIP-Wachstum von 2,3 Prozent aus. Für 2003 wird mit einem Wachstum von 3,7 Prozent gerechnet. Im Euroraum werde das reale BIP 2002 um 1,4 Prozent steigen und 2003 um 2,8 Prozent. Für das übrige Westeuropa wird im laufenden Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent und im kommenden Jahr von 2,6 Prozent prognostiziert.
Für Japan sagen die Institute 2002 einen Rückgang des realen BIP um 1,5 Prozent und 2003 ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus. Japan befinde sich in einer "schweren Rezession", da die Exporte im Zuge der weltweiten Konjunkturflaute und der Absatzkrise in der IT-Branche eingebrochen sein. Für Mittel- und Osteuropa wird 2002 ein BIP- Wachstum von 2,9 Prozent und 2003 von 3,7 Prozent prognostiziert. Ostasien wird laut Gutachten 2002 ein Wachstum von 3,0 Prozent und 2003 von 4,5 Prozent verzeichnen. Die Prognose für Lateinamerika geht 2002 von einem unverändertem BIP aus und für 2003 von einem Wachstum über 2,5 Prozent.
Die Wirtschaftspolitik sei für die Konjunkturwende entscheidend gewesen. In den USA habe die Konjunktur sogar früher als von den Instituten erwartet angezogen. Bereits im vierten Quartal 2001 sei ein reales Wachstum zu verzeichnen gewesen. Das Frühjahrsgutachten hebt die Rolle der Geldpolitik in den USA hervor, die bereits zu Beginn 2001 deutlich gelockert wurde, als sich der Abschwung abzeichnete. Zusammen mit einer nach dem Inkrafttreten des Steuersenkungsprogramms expansiven Finanzpolitik und einem Ausgaben- Paket zur Milderung der Folgen des 11. September habe sie die Konjunktur in den USA stimuliert.

