Dienstag, 23. April 2002

Leverkusen will im CL-Halbfinale ManU knacken

  • In Old Trafford Selbstvertrauen für Bundesliga-Titelkampf holen

In der Bundesliga gab es am Wochenende für Bayer Leverkusen mit der Heimniederlage gegen Werder Bremen einen Rückschlag. In der Champions League soll im heutigen Semifinal-Hinspiel bei Manchester United (20.45) neue Kraft getankt werden. "Wir wollen uns unser Selbstvertrauen in Manchester zurückholen", hofft Trainer Klaus Toppmöller auf Erholung vom Liga-Titelstress auf der Insel. "Wir sind krasser Außenseiter, müssen uns aber mit einem guten Ergebnis die Option für die absolute Sensation offen halten." Auf NEWS-Networld sind Sie heute ab 20.45 Uhr LIVE dabei!

Der Bundesliga-Tabellenführer hat in dieser Saison schon zwei englische Klubs ausgeschaltet. In der Zwischenrunde ging zwar das direkte Duell gegen Arsenal verloren (1:1 zu Hause und 1:4-Niederlage in London), aber am Ende stand Leverkusen in der Tabelle vor den Kanonieren und schaffte so die Viertelfinal-Qualifikation. Dort wurde gegen Liverpool mit einem 4:2-Heimsieg die 0:1-Hinspielniederlage umgedreht und nun wartet ManU.

"Wollen ManU ein Bein stellen"
"Wir werden uns jedenfalls nicht verstecken und sie ärgern. Vielleicht können wir Manchester ja ein Bein stellen", sagte Toppmöller. Mit Hasenfuß-Fußball wie gegen Bremen könnte der Bundesliga-Spitzenreiter aber sein blaues Wunder erleben. "Wer Angst hat, verliert", weiß auch der deutsche Chefcoach. Daher möchte er Giggs, Scholes, van Nistelrooy & Co. auch nicht ins offene Messer laufen. "Wir werden aus einer verstärkten Defensive agieren, diszipliniert zu Werke gehen und auf Konter spielen", kündigte Toppmöller an.

Beckham und Keane verletzt
Bei Manchester United stehen David Beckham und Roy Keane nach wie vor nicht zur Verfügung, obwohl in englischen Medien bereits darüber spekuliert wurde, dass Keane zumindest als Ersatzspieler wieder dabei sein könnte. Ein großes Fragezeichen steht zudem hinter Ronny Johnsen. Toppmöller, der auf den verletzten Thomas Brdaric verzichten muss, meinte zu den Problemen der Gastgeber nur: "Da sind so viele gute Leute, da fällt es gar nicht auf, wenn Beckham oder Keane nicht dabei sind."

Beide träumen vom finale
Obwohl er die Chance auf das Erreichen des Finales am 15. Mai in Glasgow vorsichtig kalkuliert, wäre für ihn ein Endspiel-Duell mit Real Madrid, das im zweiten Halbfinale auf den Erzrivalen FC Barcelona trifft, das Größte. "Ich träume schon davon. Der Schlüssel steckt im Auswärtsspiel", glaubt der Bayer-Coach. Sein Gegenüber Alex Ferguson träumt natürlich auch vom Finale, zumal es in seiner Heimatstadt stattfindet. Die Generalprobe gelang United jedenfalls weit besser als Leverkusen, denn am Samstag gab es einen überzeugenden 3:0-Sieg bei Chelsea. "Es ist gut, dass mir die Mannschaft zeigt, dass sie auch ohne Roy und David bestehen kann", freute sich Ferguson über die Leistung.

23.4.2002 12:32