Donnerstag, 25. April 2002

Rapid-Teamchef Matthäus kritisiert Effenberg

  • "Der deutsche Meister hat Stefan zu lange die Stange gehalten"
  • Loddar wehrt sich gegen Vorwürfe von Christian Ziege

Lothar Matthäus, Teamchef des österreichischen Fußball-Rekordmeisters Rapid Wien, hat Stefan Effenberg für das unbefriedigende Abschneiden von Bayern München in dieser Saison verantwortlich gemacht. "Ich verbinde die schlechte Saison der Bayern ganz eng mit dem Namen Stefan Effenberg. Die Mannschaft hat funktioniert, solange er nicht dabei war", sagte Matthäus in einem Interview mit einer deutschen Tageszeitung. Der deutsche Meister habe dem scheidenden Star "zu lange die Stange gehalten. Aber Stefan hat es nicht zurück gezahlt", ergänzte der frühere Bayern-Profi.

Im Gegensatz zu Effenberg habe er bei den Bayern bis zum letzten Spiel Leistung gebracht, behauptete Matthäus und äußerte sich weiter kritisch über den Bayern-Kapitän: "Wie viele gute Spiele hat Stefan gemacht? Eines in sechs oder acht Monaten." Trainer Ottmar Hitzfeld habe durch das Festhalten an Effenberg ebenfalls Schaden genommen. Dass der Mittelfeldakteur nach seinem Abschied vom FCB zum Saisonende seine Karriere im Ausland beenden will, kann der 150-fache DFB-Nationalspieler aber nachvollziehen: "Er hat viel Prügel eingesteckt - wie ich. Und wir waren teilweise selbst verantwortlich dafür."

Matthäus wehrte sich zudem gegen die indirekte Kritik an seiner Person durch Christian Ziege. Der DFB-Nationalspieler von Tottenham Hotspur hatte sich erfreut gezeigt, dass im DFB-Team "keiner mehr den Macker mime" - und damit wohl Matthäus gemeint. "Ich war doch derjenige, der den Teamgeist gefördert hat damals. Die Spieler saßen doch bei mir bis nachts um eins im Zimmer, tranken Rotwein und spielten Karten, ein Didi Hamann, ein Christian Ziege", so Matthäus.

Der deutschen Nationalelf traut der fünffache WM-Teilnehmer bei der WM im Juni in Südkorea/Japan eine gute Rolle zu. Matthäus: "Da bahnt sich etwas an, weil die Nationalspieler endlich begriffen haben, dass sie selbst gefordert sind. Der Respekt untereinander und der Respekt vor dem Trainer ist wieder da.

25.4.2002 11:19