Mittwoch, 24. April 2002

Hochstaffl: Berichte über fragwürdige Immobiliendeals

  • Tirol-Manager weist Vorwürfe als "ungeheuerlich" zurück

Als "ungeheuerlich" hat der Klubmanager des FC Tirol, Robert Hochstaffl, am Mittwoch Spekulationen über mögliche Zusammenhänge der finanziellen Situation des Fußballvereins mit seinem Immobilienvermögen zurückgewiesen. In der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe einer Tiroler Nachrichtenillustrierten wird von Hochstaffls Kauf einer Liegenschaft in Innsbruck berichtet. Dieser soll sich im August 1999 ergeben haben, "zu einer Zeit also, in der der FC Tirol in immer stärkere finanzielle Turbulenzen geriet", hieß es.

Der Gesamtwert der Liegenschaft betrage nun insgesamt 2,5 Millionen Euro, wie Hochstaffl im APA-Gespräch bestätigte. Nicht gelten lassen wollte er aber Aussagen in der Illustrierten "Echo", wonach die Liegenschaft mit "Hypotheken im Wert von insgesamt 1,8 Millionen Euro" belastet sein soll. Dieser Betrag sei sicherlich "zu hoch", wie Hochstaffl betonte. Die Belastungen seien für Umbauarbeiten notwendig geworden. Nicht richtig sei demnach auch, dass die letzte Belastung in der Höhe von 944.758 Euro vom Anfang April diesen Jahres zur Besicherung jenes Kredites der Raiffeisenlandesbank Tirol an den FC gedient habe, wodurch die Überweisung der offenen Dezember-Gehälter der FC-Tirol Spieler ermöglicht worden seien, wie Echo berichtet. Die Belastung sei für eine "rein private Investierung" passiert, diese habe "damit nichts zu tun", versicherte Hochstaffl.

Berichte über fragwürdige Geschäfte
Das Blatt werfe darüber hinaus auch einen "näheren Blick" auf eine der beiden Dachgeschoß-Wohnungen der genannten Liegenschaft, der "noch größeres Erstaunen" auslöse, wie es heißt. Demnach habe ein Innsbrucker Finanzbeamter im Jahr 2000 - ein "guter Freund" Hochstaffls, wie er selber bestätigte - einen "äußerst kollegial" anmutenden Kaufpreis für die Wohnung bezahlt. Er soll laut Echo für die Immobilie 28.342 Euro bezahlt haben. Wie Experten aber schätzen würden, sei diese mittlerweile "zwischen 200.000 und 240.000 Euro" wert. Das Haus habe sich damals in einem "baufälligen" Zustand befunden, wie Hochstaffl bemerkte. "Es war damals nicht mehr wert", entgegnete er. All diese "Anschuldigungen" würden lediglich eine "private Sache" betreffen. "Wir überlegen uns daher rechtliche Schritte".

Schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein?
Indes könnte die Staatsanwaltschaft (Stawa) Innsbruck im Zusammenhang mit den Schulden des Tiroler Fußballclubs ein "buchhalterisches Gutachten" in Auftrag geben. Wie Staatsanwalt Rudolf Koll im APA-Gespräch erklärte, müssten aber zuerst einige Personen von der Polizei einvernommen werden. Anschließend werde die Stawa diesbezüglich "möglicherweise in einem Monat" entscheiden. Fest stehe, dass die Prüfungen und Einvernahmen "eine irre Arbeit" darstellen, die voraussichtlich "Monate dauern" werden, wie Koll sagte.

24.4.2002 15:55