Streit um Eishallen gefährdet Salzburgs Olympiapläne
- Anrainer in Liefering lehnen Standorte ab
- Politiker wollen Umwelt-Aspekte berücksichtigen

Dunkle Gewitterwolken ziehen über Salzburgs Olympiabewerbung auf. Sport-Landesrat Othmar Raus (S) schilderte im Zuge der Aktuellen Stunde im Landtag, dass der jüngst entbrannte Streit über den Standort der zwei Eishallen die gesamte Bewerbung zu Fall bringen könnte. "Wenn morgen im Aufsichtsrat (der Olympia-Gesellschaft, Anm.) nicht geklärt wird, wo die zwei großen Eishallen errichtet werden können, könnte es passieren, dass die Riesenchance die Salzach runterschwimmt", erklärte Raus.
Der Standort für die zwei Hallen im Salzburger Stadtteil Liefering stand eigentlich nie zur Diskussion. Erst im Zuge der Standortsuche für ein Erlebnisbad meldeten sich plötzlich die Anrainer zu Wort. "Wir lehnen die Hallen entschieden ab", betonte deren Sprecher Willi Rehberg. Vor allem die ÖVP-Fraktion in der Stadt, die ebenfalls in Liefering (wenn auch auf einer anderen Fläche) das Bad errichten will, meinte, dass der Standort überprüft werden solle, wenn die Anrainer so negativ eingestellt sind.
Umwelt-Aspekte sollen berücksichtigt werden
Laut Raus ist jedenfalls schon Feuer am Dach. "Es läuft jetzt Stunde für Stunde ab." Er appellierte deshalb an "die eine Gruppierung" in der Stadt, den Hallenstandort nicht zu blockieren. Das Thema Olympia für die Aktuelle Stunde hatten die Grünen beantragt, die befürchten, dass der Umwelt-Aspekt zu wenig bei der Bewerbung berücksichtigt werde. Raus sagte deshalb auch zu, "wir werden alles dazu beitragen, damit das Bewerbungsdokument auf den Faktor Umwelt ausreichend Rücksicht nimmt". Man werde die Bedenken der Grünen noch einbringen, damit die Bewerbung unzweifelhaft im Geiste der Umweltmaßnahmen von Sydney werde.
Schausberger: "Fachleute sollten das Wort haben"
Auch Landeshauptmann Franz Schausberger (V) bedauerte, "dass die Stadt bei den Standorten so restriktiv ist". Im Hallenstreit sollte morgen ein Alternativvorschlag eingebracht werden, den man ehrlich einreichen könne. Es sei insgesamt nicht gut, wenn "so viele politische Überlegungen in ein so so großes Projekt" gepackt würden. Deshalb sollte man "eine Konstruktion finden, wo die Fachleute das Wort haben und nicht die Politiker", sagte der Landeshauptmann. Schausberger teilte auch die Ansicht der Grünen, dass bei der Bewerbung nicht nur der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund stehen dürfe.
Schnell fordert Einigkeit
FPÖ-Klubobmann Karl Schnell bezeichnete Olympia 2010 als "faszinierendes Projekt". Allerdings dürfe die Bewerbung nicht "zum Jahrmarkt der politischen Eitelkeiten verkommen". Es sei notwendig, dass alle "mit Feuer und Flamme an einem Strang ziehen". Und der grüne Landessprecher Cyriak Schwaighofer wiederholte bei seiner Wortmeldung, dass die Frage der Ökologie zu wenig berücksichtigt werde. Das sei auch durch die Stellungnahme des Landeshauptmannes bestätigt worden.
