Israel wieder in Ramallah eingerückt
- Raketenangriff auf Taxis: Mindestens 6 Tote
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Bereits vier Anschläge überlebt
Die israelische Armee ist neuerlich in die autonome Palästinenserstadt Ramallah einmarschiert. Die Soldaten rückten mit mehr rund 40 Panzern sowie Bulldozern und Truppenfahrzeugen in den Ort im Westjordanland vor. Panzer umstellten das Hauptquartier von Yasser Arafat. Palästinensische Sicherheitskreise sprachen von der Wiederbesetzung der Stadt durch die israelischen Truppen. Montagmorgen haben israelische Kampfhubschrauber Fahrzeuge im im südlichen Gaza-Streifen beschossen. Mindestens sechs Palästinenser wurden dabei getötet. Die israelische Armee spricht von einer gezielte Tötung" eines Hamas-Mannes.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein führendes Mitglied der radikalen islamischen Hamas-Bewegung "gezielt getötet". Soldaten hätten den 29-jährigen Yasser Rizk, einen wichtigen Hamas-Mann in Rafah im südlichen Gaza-Streifen, getötet, sagte ein israelischer Armeesprecher am Montag in Jerusalem. Rizk habe in den vergangenen Tagen Selbstmordanschläge in Israel vorbereitet und sei für einen Überfall verantwortlich, bei dem im Jänner vier israelische Soldaten getötet worden seien.
Am Morgen hatten zwei israelische Kampfhubschrauber nach palästinensischen Krankenhausangaben zwei Fahrzeuge nahe Rafah mit Raketen beschossen. Dabei seien sechs Palästinenser getötet und zehn weitere verletzt worden. Unter den Toten seien ein zweiter Hamas-Mann sowie zwei Brüder von Rizk gewesen. Demnach war Rizk krank und sollte ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Hamas kündigte unterdessen Vergeltung für den israelischen Raketenangriff an.
Scheich Yassin unter Hausarrest
Gefolgsleute des in Gaza unter Hausarrest gestellten Gründers der radikalen Hamas-Bewegung, Scheich Ahmed Yassin, und die palästinensische Polizei haben sich am Montag in Gaza-Stadt eine Straßenschlacht geliefert. Augenzeugen berichteten, es seien auch Schüsse gefallen. Ein Verletzter berichtete im Krankenhaus, er sei von der Polizei angeschossen worden. Ein Polizeisprecher erklärte, die Hamas-Leute hätten zuerst geschossen. Der Zwischenfall ereignete sich beim Marsch der Hamas-Mitglieder zum Haus des blinden und gelähmten Yassin.
Ramallah besetzt
Aus Ramallah hieß es, die Armee sei mit mindestens 40 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen aus verschiedenen Richtungen in Ramallah eingerückt. Mehrere Panzer seien auf des Gelände des Amtssitzes von Palästinenserpräsident Arafat gefahren. Berichte über Kampfe gab es zunächst nicht. Zuvor hätten israelische Soldaten auch zwei Flüchtlingslager in der Nähe Ramallahs durchsucht, berichteten Augenzeugen. Dabei seien sie aus der Luft von Kampfhubschraubern unterstützt worden.
Die Stadt gehört zu der so genannten "A-Zone", die nach den Bestimmungen der Oslo-Abkommen unter vollständiger Kontrolle der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA) steht. Ramallah ist provisorischer Sitz des palästinensischen Parlaments, des Legislativrates, dessen Vorsitzender Ahmed Korei (Abu Ala) ist. Auch Behörden und Ministerien sind in der Stadt untergebracht.
Nach einer Serie von palästinensischen Selbstmordanschlägen hatte die israelische Armee am Wochenende ihre Operationen im Westjordanland stark ausgeweitet. Mit Ramallah werden nun sieben Palästinenserstädte von israelischen Truppen kontrolliert. Lediglich Hebron und Jericho wurden noch nicht wiederbesetzt.
Heute Bush-Rede zu Nahost?
Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, dass US-Präsident Georg W. Bush seine seit langem erwartete Rede zur neuen Nahostpolitik der USA voraussichtlich am Montag in Washington halten werde. Ursprünglich wollte Bush die Grundzüge einer neuen Nahost-Politik bereits in der vergangenen Woche vorstellen. Die Rede des US-Präsidenten war jedoch wegen der palästinensischen Anschläge mehrfach verschoben worden.
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