Sonntag, 28. April 2002

30 Häuser und protestantische Kirche niedergebrannt

Bei einem Angriff auf ein Wohnviertel von Christen in der indonesischen Provinzhauptstadt Ambon sind am Sonntag nach Berichten von Augenzeugen zwölf Menschen getötet worden. Der Überfall war der bislang schwerste Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen auf den Molukken, mit dem die blutigen Kämpfe zwischen christlichen und muslemischen Bevölkerungsgruppen beendet werden sollten.

Die Angreifer drangen nach Berichten von Augenzeugen in Tarnanzügen und schwarzen Gesichtsmasken in die Vorstadt Soya ein. Sie setzten 30 Häuser sowie eine protestantische Kirche in Brand und erstachen sechs Bewohner, unter ihnen einen sechs Monate alten Säugling. Sechs Menschen kamen in den Bränden ums Leben.

Die Spannungen auf den Molukken sind in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Anlass war der 52. Jahrestag eines gescheiterten Versuchs der christlichen Bevölkerung, die Molukken für unabhängig zu erklären. Die Souveränitätsfront der Christlichen Molukken beging den Jahrestag am vergangenen Donnerstag mit ihren Fahnen, was in der muslimischen Bevölkerung auf Proteste stieß.

28.4.2002 07:41