Sonntag, 28. April 2002

Helikopter streifte Hochspannungsleitung

  • Nach Einlieferung ins Krankenhaus verstorben
  • Offenbar mehrere Tote

Der russische Ex-General und ehemalige Sicherheitsberater des früheren Präsidenten Boris Jelzin, Alexander Lebed, ist Sonntag Früh bei einem Hubschrauberunglück in Sibirien ums Leben gekommen. Der Helikopter hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax in der Nähe der Stadt Abakan eine Hochspannungsleitung gestreift. Lebed starb nach der Einlieferung ins Krankenhaus.

Der frühere Tschetschenischen-Friedensunterhändler Lebed war zuletzt Gouverneur der Region Krasnojarsk. 1996 kandidierte er für das Amt des russischen Präsidenten. In der ersten Runde belegte er dabei hinter Jelzin und KP-Chef Gennadi Sjuganow den dritten Platz.

An Bord des MI-8-Helikopters befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls 14 Personen, davon drei Besatzungsmitglieder. Nach inoffiziellen Angaben soll es mehrere Tote und Schwerstverletzte gegeben haben, nähere Zahlen waren vorerst nicht bekannt. Der russische Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Michail Kasjanow drückten den Familien der Opfer ihr Beileid aus.

Lebed war mit seinen Mitarbeitern von der feierlichen Eröffnung eines neuen Skigebiets in der Region Krasnojarsk zurückgekehrt. Der 51-Jährige hatte vorübergehend als enger Vertrauter und möglicher Nachfolger von Ex-Präsident Boris Jelzin gegolten. Nach diversen Unstimmigkeiten hatte er aber dessen Gunst verloren.

Der nationalkonservative Politiker war Chef der Republikanischen Volkspartei Russlands sowie der Bewegung "Ehre und Vaterland". Seine Karriere begann er als Fallschirmjäger in der sowjetischen Armee. Im August 1996 handelte er ein Friedensabkommen mit tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfern aus.

28.4.2002 07:35