Flughafen von Kabul mit Rakete beschossen
- Kämpfe auch im Osten Afghanistans

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist am Samstag mit dem afghanischen Übergangsregierungschef Hamid Karsai in Kabul zusammengetroffen. Bei dem Gespräch geht es um den weiteren Kampf gegen den Terrorismus. Rumsfeld hatte zuvor gewarnt, im Frühjahr sei mit Angriffen neu formierter Kämpfer der Taliban und der Terrororganisation El Kaida zu rechnen. Die Anti-Terror-Koalition wolle die Jagd auf die Extremisten aber bis zum Ende fortsetzen, sagte Rumsfeld.
Rumsfeld kam aus Kirgisien, wo er am Freitag US-Truppen besuchte und mit der Regierung über die militärische Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus gesprochen hatte. In Afghanistan landete Rumsfeld am Samstag auf dem Flughafen Bagram nördlich von Kabul, der von Truppen aus den USA und Großbritannien genutzt wird. Von dort flog er per Helikopter weiter nach Kabul. Nach seinen Gesprächen will er nach Moskau weiterreisen, um dort noch offene Punkte des neuen angestrebten Abrüstungsvertrages zu erörtern. Für Montag war der Rückflug Rumsfelds nach Washington geplant.
Bei dem Angriff auf den Flughafen von Kabul sei eine Rakete auf dem Flugfeld eingeschlagen, aber nicht explodiert, sagte Neal Peckham von der internationalen Schutztruppe ISAF am Samstag. Der Flughafen wurde geschlossen, damit Experten ihn nach möglichen weiteren Geschossen absuchen können. ISAF-Soldaten fanden die Abschussstelle, an der drei nicht abgefeuerte Raketen entdeckt wurden. Solche Angriffe würden wahrscheinlich von Kräften begangen, die mit den politischen Veränderungen im Land nicht einverstanden seien, sagte Peckham.
In der Stadt Gardes im Osten Afghanistans kam es einer Agenturmeldung zufolge in der Nacht zum Samstag wieder zu Kämpfen. Dabei seien vier Menschen getötet und neun verletzt worden, meldete unter Berufung auf Augenzeugen die private Nachrichtenagentur AIP aus Pakistan.Der Angriff auf Verbündete der Übergangsregierung habe um Mitternacht begonnen und sei von Anhängern des früheren Provinzgouverneurs Padshah Khan Sadran geführt worden. Beide Seiten hätten außer Raketen auch Kanonen eingesetzt. Im Jänner waren bei Gefechten um die Vorherrschaft in Gardes 50 Männer getötet worden.
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