Freitag, 26. April 2002

50-jähriger Italiener starb in Eislawine in Osttirol

  • Fünf weitere Alpinisten konnten sich selber befreien

Bei einem Lawinenabgang in Osttirol ist Freitagmittag im Gebiet des Großvenedigers eine sechsköpfige Skitourengruppe aus Italien verschüttet worden. Ein 50-jähriger Mann konnte nur noch tot geborgen werden, er dürfte von einem Eisbrocken getroffen worden sein, erklärte ein Gendarmeriebeamter.

Die Gruppe war den Angaben zufolge von den herabstürzenden Schneemassen begraben worden. Fünf Alpinisten konnten sich selber befreien. Für den 50-Jährigen, der aus der Nähe von Florenz stammen soll, kam jede Hilfe zu spät.

Vorerst noch nicht vollständig geklärt war die Todesursache. Wie erste Befragungen der Überlebenden ergaben, dürfte der Mann nicht komplett verschüttet worden sein, die anderen Wintersportler fanden ihn auf den Schneemassen liegend. Möglicherweise hatte sich durch die Sonneneinstrahlung von einem Eisbruch ein Brocken gelöst, der in der Folge den Skitourengeher traf. Dieser Eisklumpen könnte anschließend die Lawine ausgelöst haben, vermutete der Exekutivbeamte.

Die Überlebenden wurden auf die nahe gelegene Essener-Rostocker Hütte (2.207 Meter) gebracht, wo sie am Nachmittag über den Hergang des Unglücks befragt wurden. Die Skitourengeher hätten den Lawinenabgang nahezu unverletzt überstanden, hieß es.

Die Gruppe dürfte von Donnerstag auf Freitag auf der Hütte übernachtet haben und am Vormittag zu ihrer Tour aufgebrochen sein. Das Unglück hatte sich zwischen der westlichen und der östlichen Simony-Spitze (3.481 Meter) ereignet. Es sei davon auszugehen, dass keine weitere Person von der Lawine verschüttet worden ist, hieß es. Insgesamt waren drei Hubschrauber sowie eine Alpine Einsatzgruppe der Gendarmerie Lienz an der Rettungsaktion beteiligt.

26.4.2002 11:41