Donnerstag, 25. April 2002

Wildpark in OÖ: Tod von zwei Geparden war Anschlag

  • Besitzer: "Muss Besucher gemacht haben"

Der Tod von zwei Geparden im Wildpark Altenfelden (Bezirk Rohrbach) in Oberösterreich dürfte auf einen Anschlag zurückzuführen sein. Davon geht der Besitzer des Wildparks, Hermann Laher, nach dem Bekanntwerden des Obduktionsergebnisses aus.

Nach Auskunft des zuständigen Arztes seien die beiden Tiere Ende des vergangenen Jahres mit einem Pflanzenschutzmittel vergiftet worden. "Das muss ein Besucher gemacht haben", vermutete Laher am Donnerstag. Anders könne er sich die Geschehnisse nicht erklären.

Die beiden Geparden "Mischa" und "Tipsi" einzuschläfern, sei keine leichte Entscheidung gewesen. Beide seien zahm und "zum Streicheln" gewesen, so Laher. Doch die Lähmungserscheinungen seien immer stärker geworden, die Tiere hätten ihre Hinterhand nicht mehr unter Kontrolle gehabt.

Spritzmittel in Kadavern gefunden
In den Kadavern der Geparden seien jetzt Rückstände eines Spritzmittels gefunden worden, sagte der Wildpark-Chef. Im Tiergarten verwende man aber solche Mittel nicht, Brennessel würde man sogar mit der Hand ausreißen. Außerdem seien die Tiere Fleischfresser: Das Gift - in Fleischstücken "verpackt" - müsse von einem Besucher in den Park gebracht worden sein.

So etwas künftig zu verhindern, sei wohl kaum möglich: Denn dann müsse man einen Posten an der Kassa aufstellen, der jeden kontrolliere. Bereits vor zwei Jahren ist nach Lahers Angaben ein Dachs vergiftet worden. Er will, wenn ihm das Obduktionsergebnis schriftlich vorliegt, Anzeige gegen unbekannt erstatten.

Neue Tiere sollen angeschafft werden
Den Schaden, der durch den Tod der Geparden entstanden sei, könne er gar nicht abschätzen. Die Beschaffung neuer Tiere gestalte sich äußerst aufwendig, befürchtet Laher. Er sei aber bereits in Kontakt "mit Afrika".

25.4.2002 08:34