Klestil beeindruckt von Reformen in baltischen Ländern
- "Überhaupt keine Probleme" mit Estland, Lettland und Litauen

Bundespräsident Thomas Klestil hat sich um Abschluss seiner Reise in die baltischen Länder "beeindruckt" davon gezeigt, wie viel diese Staaten "nach 50 Jahren Unterdrückung in nur zehn Jahren der Unabhängigkeit erreicht haben" in ihren Reformen Richtung Marktwirtschaft und Demokratie.
Alle drei von ihm besuchten Länder Lettland, Litauen und Estland hätten über je rund eine Million Emigranten in den USA und Kanada verfügt, darunter auch der litauische Präsident Valdas Adamkus und die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga. Von diesen Emigranten sei nach der Unabhängigkeit ein "großer Teil mit Stolz zurückgekehrt".
Die baltischen Länder verfügten in den USA auch über eine starke Lobby, die dazu geführt habe, dass die drei Staaten NATO-Mitglieder würden. Das habe "sehr viel mit den USA" und dem Lobbying, das dort betrieben worden sei, zu tun. Klestil beklagte, dass er in seiner Zeit als Botschafter in Washington "ohne jegliche Lobby" arbeiten musste.
In den Beziehungen Österreichs zu allen drei baltischen Ländern gebe es "überhaupt keine Probleme", die man eher naturgemäß mit seinen unmittelbaren Nachbarn habe, so Klestil, der damit rechnet, dass die drei Staaten ab 2004 EU-Mitglieder sein werden. Er habe alle drei Staatsoberhäupter nach Österreich eingeladen. Eine erste Möglichkeit einer Begegnung werde das Wirtschaftsforum im Sommer in Salzburg sein.
Der Vizepräsident der Wirtschaftskammer, Adolf Moser, würdigte in der Pressekonferenz "günstigen Voraussetzungen", die in Estland für ausländische Direktinvestitionen geschaffen wurden. So gebe es keine Steuern aus nicht entnommenem Gewinn. Derzeit stünden österreichische Direktinvestitionen in Estland in der Höhe von 150 Millionen Euro in Verhandlung. In Litauen wird über Investitionen über 40 Millionen Euro und in Lettland über 90 Millionen Euro verhandelt. Moser kündigte an, dass die Wirtschaftskammer auch ein österreichisch-estnisches Wirtschaftsforum in Österreich abhalten wolle.
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