1. Temelin-Block nach zweimonatiger Pause gestartet
- Kettenreaktion soll am Nachmittag wieder anlaufen

Der erste Block des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin, der seit 24. Februar abgeschaltet war, wurde am Mittwoch wieder gestartet. Wie Temelin-Sprecher Milan Nebesar bestätigte, seien zwei Stunden nach Mitternacht die Regulations- und Steuerungsstäbe im Reaktor in Startposition gebracht worden.
Seit den frühen Morgenstunden werde die Konzentration der Bor-Säure im Primärkreislauf gesenkt, wobei in den Nachmittagsstunden jene Konzentration erreicht werden soll, die den Beginn der Kettenreaktion auslöse. Damit wird die Pause beendet, die ursprünglich nur ein Monat dauern sollte. In dieser Zeit wurde eine komplette Revision des ersten Blocks durchgeführt.
Im zweiten Block, der am 11. März mit Brennstäben beladen wurde, seien unterdessen die Hauptzirkulationspumpen in Betrieb genommen und der Primärkreislauf entlüftet worden, sagte Nebesar. Nun werde das Wasser im Primärkreislauf auf 120 Grad erwärmt, damit man noch einige Kontroll-Drucktests durchführen könne. Mit dem Start des zweiten Reaktors sei voraussichtlich nächste Woche zu rechnen.
Schweizer AKW gefährlicher als Temelin
Einige westeuropäische Atomkraftwerke, darunter die AKW Mühleberg und Beznau in der Schweiz, sind gefährlicher als das von Österreich so heftig bekämpfte tschechische AKW Temelin. Dies sagte die ÖVP-Europaabgeordnete Marilies Flemming am Mittwoch in Brüssel unter Berufung auf eine Studie des Ökologie-Institutes vom vergangenen Dezember. Darüber werde das EU-Parlament im gemischten Ausschuss mit Schweizer Abgeordneten reden müssen.
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