Dienstag, 23. April 2002

Deutsche Polizei nimmt elf Terrorverdächtige fest

  • Angeblich Anschläge in Deutschland geplant

In einem Großeinsatz hat die deutsche Polizei am Dienstag in ganz Deutschland elf mutmaßliche Mitglieder einer als militant-islamisch eingestuften Palästinenser-Gruppierung vorläufig festgenommen. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte am Nachmittag, die elf mutmaßlichen Mitglieder der sunnitisch-palästinensischen Bewegung "Al Tawhid" würden verhört. Danach werde entschieden, ob sie einem Haftrichter vorgeführt würden.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden seit dem Morgen insgesamt 19 Objekte in Deutschland durchsucht. Zum Einsatz gekommen seien Polizisten des Bundeskriminalamtes sowie aus Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Nordrein-Westfalen und die Sondereinheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes. Nach dem gegenwärtigen Erkenntnissen habe sich in Deutschland um den 36 Jahre alten Palästinenser Yaser H. aus Essen eine Zelle gebildet, die sich selber der "Al Tawhid"-Organisation zurechne.

Dabei handele es sich um eine "ideologisch-religiös ausgerichtete Bewegung Gleichgesinnter, die auf der Grundlage eines aggressiv-militanten islamischen Fundamentalismus" den weltweiten so genannten Heiligen Krieg fördere und unterstütze, erklärte die Bundesanwaltschaft. Nach dem Ermittlungsstand bestünden Anhaltspunkte, dass die Zelle damit begonnen habe, Anschläge in Deutschland zu planen. Die Festnahmen stünden mit den Ermittlungen wegen des Anschlages auf die Synagoge von Djerba mit elf getöteten deutschen Touristen in keinem Zusammenhang.

23.4.2002 15:20