Zwei Milosevic-Mitarbeiter wollen sich Den Haag stellen
- Sainovic und Ojdanic auf Liste des Justizministeriums
- Sechs von 23 Kriegsverbrechern zu Kooperation bereit

Zwei der engsten Mitarbeiter des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic wollen sich dem UNO-Tribunal stellen. Auf einer Liste von sechs mutmaßlichen Kriegsverbrechern, die zu einer Kooperation mit Den Haag bereit sind, finden sich auch der frühere jugoslawische Vizeministerpräsident Nikola Sainovic und Ex-Generalstabchef Dragoljub Ojdanic. Die Liste wurde am Dienstag vom Justizministerium veröffentlicht.
Die jugoslawische Regierung teilte mit, die sechs Gesuchten würden "innerhalb eines vereinbarten Zeitraumes" vor dem Tribunal erscheinen. Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hatte zuvor angekündigt, eine Auslieferung der am meisten Gesuchten könnte "in zwei bis drei Wochen" erfolgen. Nicht auf der Liste befinden sich der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und sein Ex-Armeechef Ratko Mladic. Das Tribunal wirft Karadzic und Mladic Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Unter anderem sollen sie im Bosnien-Krieg für das Srebrenica-Massaker verantwortlich sein, bei dem bis zu 8.000 Bosniaken getötet wurden.
Djindjic sagte, es sei schwierig, an Mladic als einen der Hauptbeschuldigten heranzukommen. Zwar gebe es Gerüchte über seinen Aufenthalt in Belgrad vor einigen Monaten, aber keine Beweise für seinen derzeitigen Aufenthaltsort. Bewohner des Villenviertels Kosutnjak sagten hingegen gegenüber der APA, Mladic habe sich noch vor wenigen Wochen in der Öffentlichkeit gezeigt. Er habe in dem Viertel sogar regelmäßig bei einem Bäcker eingekauft.
Die jugoslawische Regierung hatte den 23 mutmaßlichen Kriegsverbrechern am vergangenen Mittwoch eine Frist von drei Tagen gesetzt, um sich zu stellen. Das Ultimatum war später auf Montagmittag und dann nochmals um zehn Stunden verlängert worden. Nach Ablauf der Frist soll das Justizministerium die Anklageschriften an die zuständigen Gerichte weiterreichen, die Haftbefehle für die Gesuchten erwirken.
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