Montag, 22. April 2002

Dreifache Mutter wegen Bankraubs verurteilt

  • 24 Monate Haft, davon vier unbedingt

24 Monate Haft - davon vier unbedingt - so lautete heute, Montag, in Linz das Urteil für eine dreifache Mutter, die im vergangenen Jahr in Hörsching in Oberösterreich eine Sparkasse überfallen hatte. Die schwer tablettensüchtige und psychisch angeschlagene Frau bekam vom Gericht noch eine weitere Chance: Wenn sie sich einer psychotherapeutischen Behandlung unterzieht, dann muss sie möglicher Weise überhaupt nicht hinter Gitter.

Die Frau hatte vor dem Überfall am 17. August vergangenen Jahres nicht weniger als 20 Beruhigungstabletten genommen. Dann ging sie mit ihren drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren zu der Sparkasse. Sie ließ die Kinder in einer Arztordination im ersten Stock zurück und überfiel in der Folge das Geldinstitut im Erdgeschoss. Sie raubte rund 1,1 Mill. Schilling. Die Beute versteckte sie in einer Toilette im selben Gebäude. Noch während die dreifache Mutter ihre Kinder aus der Arztpraxis abholte, klickten schon die Handschellen.

Vor Gericht zeigte sich die Frau reuig und geständig. Als Motiv nannte sie Schulden in der Höhe von rund 36.000 Euro. Die Verteidigung plädierte auf eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit in Folge einer jahrelangen Tablettensucht der Angeklagten.

Hier setzte auch das Gericht an: Wenn sich die Frau von jetzt ab ein Jahr lang einer psychotherapeutischen Behandlung unterzieht und ein entsprechendes Gutachten den Behandlungserfolg attestiert, dann ist es möglich, dass auch die vier Monate unbedingt in eine bedingte Haftstrafe umgewandelt werden. Weder die Angeklagte beziehungsweise die Verteidigung noch der Staatsanwalt gaben eine Erklärung ab. Das Urteil ist damit noch nicht rechtskräftig.

22.4.2002 16:38