Peres nennt europäische Kritik an Israel antisemitisch
- Grund: Reaktionen auf Vorgehen in Jenin

Israels Außenminister Shimon Peres hat europäische Kritik am Vorgehen der israelischen Armee im Palästinenser-Lager in Jenin als antisemitisch zurückgewiesen. Peres sagte am Sonntag vor einer amerikanisch-jüdischen Vereinigung in Washington, er bedauere die europäische Reaktion. "Am Anfang war in Europa der Antisemitismus gegen die individuelle jüdische Person gerichtet, heute fürchte ich, dass es Antisemitismus gegen den jüdischen Staat gibt", so der israelische Außenminister.
Peres, der anschließend nach Valencia zu einer Konferenz der Europäischen Union mit den Mittelmeer-Anrainerstaaten weiter reiste, sagte: "Wir fühlen die Einsamkeit ... Ich werde eine einsame Stimme erheben ... unsere einsame Stimme aber die richtige Stimme." Das jüdische Volk könne die Vergangenheit Europas nicht vergessen und es erwarte, dass sich die Europäer daran erinnern, "dass wir nicht vergessen haben und sie uns in einer realen und ausgewogenen Art beurteilen".
Palästinenser haben den Israelis vorgeworfen, im Flüchtlinglager von Jenin im Westjordanland ein Blutbad angerichtet zu haben. Peres sagte, bei den Kämpfen seien 50 Palästinenser - darunter drei Zivilisten - getötet worden. Auf israelischer Seite seien 23 Soldaten gefallen.
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