Montag, 22. April 2002

Amoklauf in Seeham - Prozess auf 29. Mai vertagt

  • Urteil wird an diesem Tag erwartet

Mit der Vernehmung jener vier Gendarmen, die zuerst am Tatort ermittelt haben, wurde heute, Dienstag, Nachmittag am Salzburger Landesgericht der Prozess nach dem Amoklauf in Seeham fortgesetzt. Wie berichtet, muss sich der 22-jähriger Fleischhauer Thomas D. aus Plainfeld (Flachgau) wegen dreifachen Mordes vor einem Geschworengericht verantworten.

D. soll am 21. August 2001 das Ehepaar Hedwig (47) und Roman (51) Strohbichler sowie deren Tochter Birgit (18) mit einem Küchenmesser erstochen haben. Der Prozess wurde auf 29. Mai vertagt.

Bei der Befragung der Beamten konzentrierte sich Verteidiger Otto Trifterer auf die letzten Worte, die Birgit Strohbichler im Stiegenhaus geschrien hat. Nach der Befragung der Ohrenzeugen haben die Beamten nur zu Protokoll gegeben, dass das Mädchen "Er sticht uns ab!" geschrien haben soll.

Das Wort "alle" schien in den Vernehmungsprotokollen nirgends auf. Andererseits haben gestern Verwandte der Opfer ausgesagt, Birgit habe gerufen, "Er sticht uns alle ab!". Trifterer erläuterte, es komme auf den genauen Wortlaut dieser beiden Zitate an. Es gehe ihm dabei darum, ob man aus dem Satz schließen kann, dass D. auch Birgit ermorden wollte.

Auf Antrag der Verteidigung verzichteten die Geschworenen darauf, das Video vom Lokalaugenschein vorzuführen. Es wurde vom Verteidiger nur mehr ein Beweisantrag gestellt. Nämlich, dass noch ein Bekannter der Familie des Angeklagten als Zeuge einvernommen wird. Dieser soll eine Woche vor der Tat mit der gesamten Familie D. über die Geldsorgen gesprochen haben. Richter Egger erklärte, dass dieser Bekannte ein gewisses Naheverhältnis zum Beschuldigten aufgebaut hatte.

Die Verhandlung wird am 29. Mai um 8.30 Uhr mit der Zeugeneinvernahme dieses Bekannten der Familie D. fortgesetzt. An diesem Tag soll auch der Prozess beendet werden.

22.4.2002 06:28