Donnerstag, 18. April 2002

Thor Heyerdahl an Krebs gestorben

  • Heyerdahl segelte mit "Kon-Tiki" von Peru nach Tahiti

Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl (Bild) ist am Donnerstag gestorben. Der 87-Jährige erlag seinem schweren Krebsleiden, gab sein Sohn am Abend bekannt.

Der Abenteurer, Entdecker und Völkerkundler Thor Heyerdahl ist am Donnerstagabend im Alter von 87 Jahren in seinem Haus bei Alassio in Italien gestorben. Das teilte seine Familie mit. Heyerdahl sei friedlich und im Beisein von drei Kindern und seiner dritten Ehefrau Jacqueline eingeschlafen, erklärte der älteste Sohn Thor Heyerdahl jr. in Oslo.

Der an einem Hirntumor erkrankte 87-Jährige hatte seit einer Woche jede weitere ärztliche Behandlung sowie Essen und Trinken verweigert und den Wunsch geäußert, in seinem Haus an der italienischen Rivieraküste zu sterben. Heyerdahl wurde mit einem Schlag weltberühmt, als er 1947 mit seinem selbst gebauten Holzfloß "Kon-Tiki" den Pazifik von Peru bis Tahiti überquerte. Er wollte damit seine Theorie untermauern, dass die Südseeinseln von Südamerikanern und nicht von Asiaten besiedelt worden seien.

Bis kurz vor seinem Tod legte Heyerdahl immer wieder neue völkerkundliche Theorien vor und versuchte, diese mit abenteuerlichen Expeditionen zu belegen. Seine Theorien wurden aber von Fachwissenschaftlern überwiegend zurückgewiesen. Der letzte noch lebende Mitreisende auf der "Kon-Tiki", Knut Haugland (84), meinte zu der Todesnachricht: "Dieser Mann sollte für alle als Vorbild gelten." Heyerdahl sei ein fantastischer Expeditionschef gewesen, der auch die abenteuerlichsten Unternehmungen genauestens geplant und verantwortungsbewusst durchgeführt habe.

18.4.2002 19:24

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