Weltbank will bis 2015 Grundschule für alle Kinder
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Alle Kinder der Welt sollen nach Plänen der Weltbank bis zum Jahr 2015 zumindest die Grundschule besuchen. Das Finanzinstitut appellierte am Sonntag auf seiner Frühjahrstagung in Washington an die Industriestaaten, die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben von Weltbank-Präsident James Wolfensohn gehen derzeit insgesamt 125 Millionen Kinder in 47 armen Ländern nicht zur Grundschule. Um diesen Missstand zu beheben, werden nach Schätzungen von Experten zwischen zwei und fünf Milliarden Dollar (2,25 und 5,6 Milliarden Euro) pro Jahr gebraucht.
Die Weltbank und die UN-Bildungsorganisation UNESCO hatten bereits vor zwei Jahren zusammen mit 180 Staaten auf einer Konferenz im senegalesischen Dakar beschlossen, dass bis 2015 Bildung für alle in der Welt ermöglicht werden soll. Seither seien aber keine Fortschritte bei der Finanzierung gemacht worden, kritisierte der Beauftragte der privaten britischen Hilforganisation Oxfam, Phil Twyford, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wolfensohn in Washington. Er forderte die Industrieländer auf, der Weltbank sofort eine Milliarde Dollar zur Umsetzung ihres Aktionsplans für die Grunderziehung zur Verfügung zu stellen. Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8) müssten sich mit diesem Plan bei ihrem Gipfel im Juni in Kanada befassen.
Nach dem Weltbank-Plan soll in einem ersten Schritt die Versorgung mit Grundbildung in zehn ausgewählten Entwicklungsländern verbessert werden. Die Namen der Länder wurden zunächst nicht bekannt. Die deutsche Regierung ist nach Worten von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) bereit, sich an den Hilfen für die zehn Länder zu beteiligen. Zusätzlich sollten innerhalb der nächsten fünf Jahre durch Umschichtungen im Budget ihres Hauses die Hilfsgelder für die Grundschulversorgung verdoppelt werden, sagte die Ministerin in Washington.
Lage der Weltwirtschaft verbessert
Die Lage der Weltwirtschaft hat sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den vergangenen Monaten "deutlich verbessert". Aber die Wirtschaftsexperten orten weiter Risiken für die globale Konjunktur: Die Krise im Nahen Osten und die Ölpreise. Das Währungs- und Finanzkomitee des IWF hob nach seiner Frühjahrstagung in Washington hervor, dass trotz der guten Daten eine Reihe von Risiken für die globale Konjunktur bestünden. Genannt wurden der Konflikt um Israel und die unberechenbaren Ölpreise. Das politische Lenkungsorgan erwähnte ferner "die internationalen Sicherheitsfragen rund um die Welt", ohne dies genauer auszuführen.
Das IWF-Währungs- und Finanzkomitee forderte die Regierungen der Industrieländer auf, sich für eine starke und nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft einzusetzen. Die Inflation müsse unter Kontrolle gehalten werden, doch müsse die Geldpolitik zugleich das Wachstum unterstützen. Reformen müssten energisch vorangetrieben werden, um die wirtschaftliche Flexibilität und Leistungskraft zu erhöhen.

