Enron-Präsident McMahon will am 1. Juni zurücktreten
- Neue Unternehmensgründung mit neuer Führung

Enron-Präsident Jeffrey McMahon hat seinen Rücktritt mit 1. Juni angekündigt. Der 41-jährige erklärte am Freitag in Houston, der schwer angeschlagene Konzern müsse sich dem Kerngeschäft Pipelines und Strom zuwenden und daraus ein neues Unternehmen gründen. Damit dieses Vorhaben Erfolg haben könne, sei Führung von außerhalb nötig.
McMahon trat 1994 in die Firma ein. Im Oktober vergangenen Jahres übernahm er die Position des entlassenen Finanzchefs Andrew Fastow, seit Jänner war er Präsident des Unternehmens.
Mitte November hatte Enron eingeräumt, den Gewinn in den vergangenen vier Jahren um rund 20 Prozent zu hoch angegeben und einen Großteil der Schulden von 15 Milliarden Dollar (16,9 Mrd. Euro) nicht in den Bilanzen ausgewiesen zu haben. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Dynegy hatte Enron am 2. Dezember Konkurs angemeldet. Das Unternehmen hatte im Jahr 2000 den Wahlkampf von US-Präsident George W. Bush unterstützt, die Pleite zog Kreise bis in die Regierung. Daneben bekam der an sich renommierte Wirtschafts-Prüfer-Konzern Arhur Anderssen Probleme: Mitarbeiter der Firma hatten für Enron belastende Akten vernichtet. Die Enron-Pleite gilt als der größte Konkurs in der Geschichte der USA.

