Bargeldloses Zahlen soll bald billiger werden
- Druck der ausländischen Konkurrenz eint Österreichs Banken
- Gemeinsames Ziel: Plastikgeldmarkt in Osteuropa

"Bankomat- und Kreditkartenbenutzung im Ausland wird um mindestens 20 Prozent billiger", sagt Adolf Wala, Präsident der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Derzeit müssen Kreditkarten-Nutzer pro Zahlung im Ausland etwa ein Prozent oder mindestens 3,6 Euro Transaktionskosten berappen. In Zukunft wird das um bis zu 0,7 Euro pro Transaktion billiger.
Gelingen soll die Kostenreduktion, wie das Wirtschaftsblatt schreibt, schon in den nächsten Monaten. Und zwar durch einen noch nie da gewesenen Schulterschluss sämtlicher österreichischer Banken. Dabei werden Europay und deren Tochterfirma Austrian Payment Systems Services (APSS) umstrukturiert. Denn über diese beiden Unternehmen wird derzeit der größte Teil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in Österreich abgewickelt.
Neue Strategien für neue Märkte
Zwar waren die Banken schon bisher in Europay vereinigt, sie sind aber als Konkurrenten aufgetreten. Eine Einigung über ein gemeinsames Vorgehen in Osteuropa war nicht möglich. Deshalb übernimmt die Nationalbank in der APSS die Führungsrolle. Sie stockt ihren Anteil von zehn auf 38 Prozent auf. Damit ist die OeNB grösster Aktionär.
Bargeldlos wird kostengünstig
Wala: "Nur durch gemeinsames vernetztes Vorgehen werden die Banken den bargeldlosen Zahlungsverkehr auch kostengünstig anbieten können. Das ist Bedingung, um international konkurrenzfähig zu sein." Und die Zeit drängt. "Sollten die Transaktionskosten nicht deutlich fallen, werden günstigere ausländische Anbieter das Geschäft den österreichischen Banken wegschnappen." Die Banken lockt vor allem das Geschäft in Osteuropa.

